Keine 15 Minuten Sendezeit

Joko und Klaas verlieren gegen Pro Sieben – und werden an eine Plakatwand geklebt

Klaas Heufer-Umlauf (von links), Joko Winterscheidt und Moderator Steven Gätjen.

Klaas Heufer-Umlauf (von links), Joko Winterscheidt und Moderator Steven Gätjen.

Klamauk statt 15 Minuten Sendezeit: Die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben am Dienstagabend bei „Joko und Klaas gegen Pro Sieben“ gegen ihren Arbeitgeber verloren. Das bleibt nicht folgenlos: Die beiden Entertainer werden jetzt in einer deutschen Großstadt an einem öffentlichen Ort an eine Plakatwand geklebt und müssen Werbeansager für ihren Sender aufnehmen.

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Beim entscheidenden Finalspiel „Zehn Würfe“ galt es für Joko und Klaas, um die drohende Bestrafung abzuwenden, sich zehn Gegenstände zuzuwerfen und zu fangen – vom Dartpfeil über ein Blatt Papier, einen Blumenstrauß, eine Gießkanne bis zur Frisbee. Drei Fehlversuche durften sich beide leisten, aber selbst das reichte nicht: Am Ende landete ein Turnbeutel auf dem Boden, die Entertainer hatten verloren – und werden jetzt an eine öffentliche Plakatwand geklebt, wie Moderator Steven Gätjen nicht ohne Schadenfreude verkündete.

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Klaas Heufer-Umlauf wechselt die Seiten

Im ersten Spiel des Abends hieß es nicht mehr „Joko und Klaas gegen Pro Sieben“, sondern „Joko gegen Pro Sieben und Klaas“: Klaas Heufer-Umlauf fand die Aufgabe, dass er und (anschließend) Joko dank einer Virtual-Reality-Brille auf einem Hochhaus balancieren mussten, so witzig – und für seinen höhenängstlichen Kumpel Joko vor allem so herausfordernd –, dass er kurzerhand die Fronten wechselte. Er triezte Joko, der – vermeintlich auf einem schmalen Brett über einer Häuserschlucht stehend – Blut und Wasser schwitzte, so lange handgreiflich wie verbal, bis Joko den zu erwartenden Fehler machte.

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Wo rohe Kräfte sinnvoll walten

Heufer-Umlauf hatte seinen kurzen zynischen Spaß auf Jokos Kosten. Aber das Game (gegen Mentalist und „Endgegner“ Timon Krause) ging verloren. Das schien zu dem Zeitpunkt kein Beinbruch, denn das Auftaktspiel („Joko und Klaas gegen den Gefährdungsbeurteilungskatalog“) war gewonnen worden: Den beiden gelang es schnell, zehn herrschende Regeln zu brechen, in dem sie unter anderem Feuer machten, rauchten, ein Auto in die Halle fuhren oder an der Publikumstribüne herumschraubten.

Nach dem Ausgleich durch Klaas’ Partnersabotage verlor das Duo auch gegen Rick Kavanian und Simon Pearce. Bei „Kaputt, aber geht noch“ durften rohe Kräfte endlich sinnvoll walten, denn es sollten Gegenstände (unter anderem eine Winkekatze und ein Kleiderschrank) von allem Ballast befreit (also zerstört) werden – nur eine definierte Grundfunktion musste erhalten bleiben. Kavanian/Pearce waren die meisterlicheren Minimalisten.

Joko und Klaas gewinnen ein echtes „Scheißspiel“

Bei „Welcher Hundehaufen ist Joko und Klaas“ zeigten die Entertainer, dass sie doch ähnlich ticken. Einer musste Assoziationspärchen bilden, der andere musste die Paarungen erraten. In der namensgebenden Runde musste Klaas verschiedene Personen verschiedenen Tierexkrementen zuordnen. Er machte Joko zum Vogelschiss („Ich nenne Joko ja ‚Flamingo mit Rentnerplauze‘“), sich selbst zum Mäusekackerich und Moderator Steven Gätjen zum Elefantenhäufler.

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„Das ist echt ein Scheißspiel“, meinte Joko. Aber er bewies, dass das Duo ein blindes Verständnis auszeichnet – es gab ausreichend Übereinstimmungen, um das Spiel zu gewinnen. Unter anderem zitierte Joko exakt den von Klaas erhaltenen Flamingo-Kosenamen.

„Ein Scheißspiel“: Blindes Verständnis bewiesen Klaas (Foto) und Partner Joko beim Zuordnen von Exkrementen.

„Ein Scheißspiel“: Blindes Verständnis bewiesen Klaas (Foto) und Partner Joko beim Zuordnen von Exkrementen.

Bei „Ohren auf im Straßenverkehr“ bewiesen Joko und Klaas ein gutes Öhrchen für Musik. Sie erkannten im Autoradio gespielte Songs – obwohl Wincent Weiss und Alli Neumann schreiend und Motor und Kupplung quälend alles taten, um den gesuchten Song zu übertönen. Aber Joko und Klaas ließen sich an der „Haltestelle des Grauens“ nicht aufs Glatteis führen – dritter Vorteil fürs Finale.

Weil sich die beiden anerkannten „Gefahrensucher“ mit banalen Dingen wie Allgemeinbildung nicht ganz so gut auskennen, ging das abschließende „Extrem schlau und unglaublich nah“-Schätzspiel (Beispiel: „Welche beiden Ereignisse liegen zeitmäßig am dichtesten beieinander: Mammut in Sibirien, Raumschiff Voyager, Pyramidenbau, Netflix-Launch, Stegosaurier auf Erden?“) daneben. Drei von vier Aufgaben riet das Pärchen falsch. Auch, dass sich Pyramidenbau und Mammuts am nächsten waren, wussten sie nicht.

Joko und Klaas verschenkten ihre Instagram-Accounts

In der vergangenen Woche hatten Joko und Klaas noch gegen Pro Sieben gewonnen – und die so erspielte Sendezeit am folgenden Tag genutzt, um ein Schlaglicht auf die Proteste im Iran zu werfen. Doch die Pro-Sieben-Entertainer wollten es nicht bei den 15 Minuten Primetime-Fernsehen belassen: Sie stellen zwei iranischen Frauenrechtsaktivistinnen ihre Instagram-Accounts und damit ihre Reichweite zur Verfügung – für immer.

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In der Vergangenheit hatten die Entertainer die Viertelstunde unter anderem auch dafür genutzt, in Echtzeit sieben Stunden die Schicht einer Pflegekraft zu zeigen – angesichts des Pflegenotstands in Deutschland unter dem Motto #Nichtselbstverständlich. Im Mai 2019 kamen drei sozial engagierte Menschen zu Wort, darunter die Kapitänin eines Schiffs, das Geflüchtete aus dem Mittelmeer rettet.

Im Mai 2020 führte Sophie Passmann durch eine Ausstellung namens „Männerwelten“, die vielfältig das Thema sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen thematisierte. Und im September 2020 schilderte in „A Short Story of Moria“ ein Flüchtling aus Afghanistan die widrigen Umstände, unter denen er nach Europa kam.

RND/seb mit Teleschau

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