Ukrainisch-russisches Journalismusprojekt

Magazin „Katapult“ will 20 ukrainische Journalisten und Journalistinnen einstellen

Das "Katapult"-Magazin plant ein neues ukrainisch-russisches Projekt. (Archivbild)

Greifswald. Das Greifswalder Magazin „Katapult“ baut ein journalistisches ukrainisch-russisches Projekt auf. Die Redaktion habe in der vergangenen Woche 14 ukrainische Journalistinnen und einen Journalisten eingestellt, insgesamt sollen es 20 werden, schreibt Chefredakteur Benjamin Fredrich auf der Homepage. Dafür verzichte das Team auf einen Großteil seines Gehalts. Häufig verschwinde die Berichterstattung über einen Krieg nach ein paar Wochen aus den Medien, so Fredrich. Um das zu vermeiden, habe „Katapult“ eine Ukraine-Zeitung gegründet und baue ein Newsteam auf - „mit Leuten, die in der Ukraine bleiben, gerade nach Deutschland flüchten und in die Ukraine reisen werden“. Und auch russische Journalistinnen und Journalisten sollen eingestellt werden.

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Anfragen legten „Katapult“-Mailserver lahm

Am 24. Februar startete ein Liveblog auf der Homepage, wenige Tage später der Twitter-Account „Katapult-Ukraine“, der als Kanal für Berichte, Videos und Bilder aus der Ukraine und aus Russland dienen solle, heißt es. Außerdem werde das ursprünglich geplante neue Verlagshaus jetzt zu einem Geflüchtetenheim ausgebaut. Die Resonanz auf das Projekt bezeichnet Fredrich als „unfassbar“: Nach Bekanntgabe sei der Mailserver zusammengebrochen. Hilfsangebote und Abo-Anfragen legten ihn lahm. Insgesamt wurden laut Fredrich innerhalb weniger Tage 190.000 Euro gespendet.

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Bei aller Freude sei aber das „Katapult“-Team teilweise stark überlastet. „Wir sind mental stark angeschlagen - einige, weil sie zu viel arbeiten, andere, weil sie im Kriegsgebiet arbeiten“, schreibt der 34-Jährige. Fredrich ruft Greifswalder Psychologinnen und Psychologen auf „unkompliziert zu helfen“.

Fredrich gründete „Katapult“ vor sieben Jahren als Magazin für „vereinfachte und detaillierte Grafiken“, die die Redaktion selbst aus Statistiken und Studien der Sozialwissenschaften erstellt. Das Magazin ist nach eigenen Angaben unabhängig und gemeinnützig. Die gedruckte Ausgabe erscheint vierteljährlich und hat derzeit eine Auflage von 150.000. Es soll „die Wissenschaft und Forschung sowie die Volks- und Berufsbildung“ fördern. Finanziert wird es durch Abos und Spenden.

RND/epd

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