Ein wenig Klatsch und viel Nostalgie: So ist „Harry Potter – Return to Hogwarts“ bei Sky

„Harry Potter 20th Anniversary – Return to Hogwarts“ läuft ab 1. Januar bei Sky.

Wenn Fiktion und Wahrheit, Luftschlösser und Zweckbauten, Realität und Magie zur zauberhaften Wirklichkeit verschwimmen. Wenn sich John Williams’ moll­durch­drungener Geigenteppich über märchen­hafte Filmkulissen legt wie glitzernd dunkler Zuckerguss. Wenn leibhaftige Personen schillernde Illusionen sind und umgekehrt. Dann befindet sich ein gehöriger Teil der Menschheit unter 40 Jahren verlässlich hier: in Hogwarts.

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Keine Traumfabrik hat kleine wie große Kinder stärker in ihren Bann gezogen als die Zauberschule. Keine Literatur­adaption ging Fans wie Verwandten näher. Keine Filmreihe verdient es da mehr, so opulent Geburtstag zu feiern wie „Harry Potter“. Vor 20 Jahren kam mit dem „Stein der Weisen“ Teil eins von acht in die Kinos und zählte in Echtzeit zum Kernbestand cineastischer Legenden. 20 Jahre später kehrt das Personal für zwei Jubiläums­specials „Harry Potter 20th Anniversary: Return to Hogwarts“ sowie „Harry Potter: Hogwarts Tournament of Houses“ zurück an die alten Drehorte – das könnte fürchterlich enden.

Kommerziell kalkuliert nämlich wie so vieles, was das globale Shareholder-Entertainment produziert. Ein weiteres Glied in der Vermarktungs­kette der Hobbyautorin Joanne K. Rowling also, die 500 Millionen Bücher in 80 Sprachen plus Freizeitpark und Merchandising zur Milliardärin gemacht haben. Wenn der Unterhaltungs­konzern Warner „Harry Potters 20th Anniversary“ mit einer „Return to Hogwarts“ betitelten Zusammen­kunft feiert, sollte man eigentlich davon abraten. Konjunktiv.

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Denn in dem Moment, als ein versiegelter Brief Hermine, alias Emma Watson, erreicht und in einer Buch­handlung zur Wieder­vereinigung lädt, verschmelzen Fiktion und Wahrheit, Luftschlösser und Zweckbauten, Realität und Magie aufs Neue zur zauberhaften Wirklichkeit.

Zauberschüler sind fast vollzählig dabei

140 Minuten entführt Regisseur Casey Patterson gegenwärtig in die Vergangenheit, und alle kommen mit. Fast alle. Der verstorbene Alan Rickman alias Snape ist ebenso abwesend wie einige der vielen Weltstars, die Hogwarts bevölkert hatten, etwa Emma Thompson. Die Schüler jedoch erscheinen fast vollzählig.

Und das führt zu Begegnungen in alter Kulisse, deren Spontaneität inszeniert sein mag. Die Freude in den Gesichtern ist es wohl nicht. Warum auch? Emma Watson bringt es im Gespräch mit Rupert Grint (Ron) und Daniel Radcliffe (Harry) zwischen Archiv­aufnahmen und Small Talk auf den Punkt: „Es ist keine und zugleich massig Zeit vergangen.“ So dürfte auch das Publikum der Reunion empfinden. Wenn sich James und Oliver Phelbs nach zwei Jahrzehnten ans Casting für Fred und George Weasley erinnern oder Matthew Lewis (Neville) und Tom Felton (Draco) an ihre Film­feindschaft, spiegelt sich die Zeit zwar in den Gesichtern. Ihre Seelen aber sind noch in Hogwarts.

Einem Ort, lehrt uns die Dokumentation, der mehr enthält als film­technisch aufge­plusterte Illusionen. Deshalb erzählt das wichtige Kapitel zwei davon, wie Kinder Erwachsene werden. Rowlings Reihe handelt ja mehr von Teenagern als Zauber­lehrlingen. Und den Protagonisten dabei zuzuhören, wie sie ihre Pubertät parallel als Mensch und Filmfigur verbracht haben – darin besteht die wahre Magie der Dokumentation. „Ich liebe dich“, sagt Rons Rupert unter Tränen zu Hermines Emma und fügt lachend hinzu: „als Freund.“

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Specials sind sehenswerte Zeitreise

Das ging ihr genauso – zumal sie real in Dracos Darsteller Tom verknallt gewesen sei, während sein Erzfeind auf die dreimal so alte Serienhexe Helena Bonham Carter stand, wie Radcliffe verrät. Ein wenig Klatsch, ein wenig Tratsch, viel Erinnerung und noch mehr Nostalgie – es ist dieser anrührend amüsante Mix aus Illusion und Wahrheit, der eine Zeitreise all jener Beteiligten, die den Großteil ihrer Jugend gemeinsam verbracht haben, so sehenswert macht.

„Harry Potter – Return to Hogwarts“ und „Harry Potter – Tournaments of Houses“ sind ab dem 1.1. bei Sky zu sehen.

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