„Manche kommen nur für die Sendezeit“: Gründerduo lässt Deal bei „Höhle der Löwen“ platzen

Dagmar Wöhrl (rechts) und Nico Rosberg (Mitte) interessieren sich für Kulero, einen essbaren Löffel auf Getreidebasis.

Dagmar Wöhrl (rechts) und Nico Rosberg (Mitte) interessieren sich für Kulero, einen essbaren Löffel auf Getreidebasis.

Ihr Produkt soll Plastikmüll vermeiden und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten: Das Gründerduo Hemant Chawla und Juliane Schöning präsentierte den Investoren bei der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ am Montagabend einen essbaren Löffel aus Kichererbsen und Getreide. Ein Projekt mit Zukunft, finden auch die Investoren. Doch die Kulero-Gründer forderten einen großen Deal: 200.000 Euro für 10 Prozent Firmenanteile. Nico Rosberg, Nils Glagau und Dagmar Wöhrl ließen sich davon nicht abschrecken und boten den beiden einen gemeinsamen Deal an: 200.000 Euro für 33 Prozent.

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Gründer lassen Deal nach der Sendung platzen

Das Gründerduo wollte sich jedoch nicht auf mehr als 15 Prozent der Anteile einlassen. Während Rosberg und Glagau absprangen, blieb Dagmar Wöhrl bei dem Projekt und akzeptierte den alleinigen Deal für 10 Prozent. Dabei blieb es jedoch nicht, wie die 66-jährige Investorin nach Ende der Sendung in einem Video bei Twitter verriet. „Dann kam eine Mail von den Gründern, es tue ihnen leid, und sie möchten keine Beteiligung mehr, sie möchten kein Investment mehr und sie möchten auch keine Firmenanteile mehr abgeben.“

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Für Wöhrl, die in dem Video betonte, dass sie gern mit dem Gründerduo zusammengearbeitet hätte, gebe es für diesen Rückzug eine eindeutige Erklärung: „Es zeigt sich halt doch immer wieder, dass es Gründer gibt, die in die Sendung kommen, nicht um einen Deal zu bekommen, sondern die Sendezeit.“ Der Mehrwert liege für diese Gründer laut Wöhrl vor allem in der kostenlosen Werbung für ihr Produkt. Die Investorin bedauere die Entscheidung wünsche ihnen dennoch „alles Gute“.

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Kulero-Gründer begründen Ausstieg mit Corona-Pandemie

In einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ haben die Kulero-Gründer über die Hintergründe ihres Ausstiegs gesprochen. Demnach habe sich kurz nach Aufzeichnung der Sendung die Corona-Pandemie auf ihr Projekt ausgewirkt. „Wir haben uns mit dem Team von Dagmar Wöhrl zusammengesetzt. Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass die ursprünglich in der Sendung getroffene Vereinbarung nicht erfüllt werden würde“, erklärte Mitgründer Chawla der „Wirtschaftswoche“.

Die Hauptabnehmer ihres Produkts aus der Gastronomie sagten nun Aufträge ab, die Herstellung und der Transport von Kulero sei erheblich beeinträchtigt worden. „Diese Situation brachte große Unsicherheit mit sich, sodass wir uns entschlossen haben, erst abzuwarten, wie es für Kulero weitergeht, bevor wir einen Investor an Bord holen“, betonte Schöning. Statt Unternehmen zu beliefern, werde das Produkt vorerst im Einzelhandel verkauft. Dennoch erhoffe sich das Team, spätestens im Juli durch das Verbot von Einwegplastik einen größeren Markt zu erreichen.

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Studenten ergattern Deal für Bienenbox

In der Sendung konnte noch ein weiteres Duo einen Deal einsacken: Zwei Studenten haben mit Easy Beebox eine Bienenkiste für Hobbyimker entwickelt, die Investor Nils Glagau mit 150.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile unterstützte. „Ich habe keine Angst vor Bienen, nur davor, dass sie weiterhin sterben“, sagte er.

Die Gründerinnen von Pocketsy, BHs mit integrierten Taschen, gingen leider leer aus. Und auch die Erfinder eines Rollstuhls, der allein durch Mund und Kinn navigiert werden kann, verließen die „Höhle der Löwen“ ohne Deal.

RND/al

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