RND-Interview

„Tatort“-Star Martin Brambach: „Der Sachse ist ein Genießer“

Martin Brambach, Schauspieler

Martin Brambach, Schauspieler

Martin Brambach ist einer der wandlungsfähigsten Schauspieler des deutschen Fernsehens. In der Heimatkomödie „McLenBurger – 100 % Heimat“ (Freitag, 11. November, ab 20.15 Uhr in der ARD) spielt der 55-Jährige den Arbeitslosen und Amateurfußballtrainer Ronnie, dessen Frau Hilde (Steffi Kühnert) in Mecklenburg-Vorpommern ein eigenes Schnellrestaurant eröffnen möchte, was nicht nur die Ehe der beiden auf eine harte Probe stellt.

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Martin Brambach wurde 1967 in Dresden geboren, wuchs in Ost-Berlin auf und ist der Stiefbruder von Jan Josef Liefers. 1984 siedelte Brambach mit seiner Mutter in die Bundesrepublik über, besuchte die Schauspielschule in Bochum und spielte an renommierten Theatern wie dem Schauspielhaus Bochum, der Berliner Schaubühne oder dem Wiener Burgtheater. Für seine Rolle des Barschel-Vertrauten Pfeiffer in dem Zweiteiler „Der Fall Barschel“ (2015) erhielt er unter anderem den Deutschen Fernsehpreis, vor Kurzem war er als Erich Honecker in der Komödie „Willkommen bei den Honeckers“ zu sehen. Seit sechs Jahren zählt er zum Ermittlerteam des „Tatorts“ aus Dresden. Der Schauspieler lebt mit Frau und Kindern in Recklinghausen.

Herr Brambach, die Komödie „McLenBurger – 100 % Heimat“ spielt in Mecklenburg-Vorpommern. Wie gefällt Ihnen diese Gegend?

Das war für mich als Kind eine Sehnsuchtsregion, weil es damals in der DDR schon etwas Besonderes war, wenn man an der Ostsee Urlaub machen konnte. Ein paar Mal hatte meine Familie dieses Glück, da wohnten wir auf dem Darß in einem FDGB-Ferienheim. Das waren tolle Urlaube da oben, ich liebe diese Landschaft. Außerdem habe ich bis heute enge Verbindungen zur Region, weil eine Schwester von mir in Mecklenburg-Vorpommern lebt, in der Nähe von Anklam. Da bin ich immer wieder gerne.

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Was bedeutet Ihnen Heimat?

Heimat ist für mich etwas, das mit Erinnerungen, mit Menschen und Geschichten verbunden ist. Natürlich spielen auch die Orte, an denen man gelebt hat, eine zentrale Rolle, und da ich schon 55 bin, gibt es da ein paar. Dresden, Berlin, auch Wien, wo ich zehn Jahre gewohnt habe, und natürlich auch das Ruhrgebiet, wo ich schon lange lebe.

Sie haben ja vor Kurzem in einem Buch eine Liebeserklärung ans Ruhrgebiet geschrieben …

Stimmt, einen sehr persönlichen Radreiseführer, mit dem ich auch ein bisschen Werbung für diese herrliche Gegend mache, in der ich hier lebe. Wobei es auch eine Menge Probleme gibt, Gelsenkirchen etwa gilt ja als ärmste Stadt Deutschlands.

Die Heimat von Schalke 04. Mit wem halten Sie es denn am liebsten im Ruhrgebiet?

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Mein Herz schlägt für Schalke, auch wenn es momentan nicht einfach ist. Dafür haben gleich nach meinem Zuzug ein paar Leute gesorgt, die mittlerweile enge Freunde geworden sind. Das dokumentiere ich immer wieder im „Tatort“ aus Dresden, wo der von mir gespielte Kommissariatsleiter Schnabel nicht von ungefähr einen Dynamo-Wimpel auf dem Schreibtisch stehen hat.

Was sind denn die maßgeblichen Unterschiede zwischen dem Ruhrgebiet und Sachsen?

Also, Sachsen ist ja in gewisser Weise schon ein südliches Bundesland, der Sachse ist ein Genießer, der gerne isst und Wein trinkt. Das ist im bodenständigen Ruhrgebiet etwas anders, die Unterschiede sind auch auf anderen Gebieten riesig. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten: Sowohl im Ruhrgebiet als auch in Sachsen gibt es noch so eine Art Grundsolidarität zwischen den Leuten. Wenn man jemanden fragt, kannst du mir bei meinem Umzug helfen, dann kommt der auch.

Könnten Sie sich bei aller Liebe zum Ruhrgebiet vorstellen, irgendwann wieder nach Dresden zu ziehen?

Na klar. Dresden ist eine so wahnsinnig schöne Stadt. Man muss es sich natürlich leisten können, da zu wohnen. Da ist es im Ruhrgebiet schon günstiger.

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