Probleme mit Fake-Accounts

Elon Musk warnt Twitter-Mitarbeiter vor „schwierigen Zeiten“ und verbietet mobiles Arbeiten

Der neue Twitter-Chef Elon Musk.

Der neue Twitter-Chef Elon Musk.

Hannover. Techmilliardär Elon Musk hat sich erstmals nach der Übernahme von Twitter direkt an die verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt und ein düsteres Bild gezeichnet. Das Unternehmen stehe angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage vor „schwierigen Zeiten“, schrieb Musk am Mittwochabend in einer E-Mail an die Belegschaft, aus der das Finanzportal „Bloomberg“ und die Techwebsite „The Verge“ zitieren. Außerdem beendete der neue Twitter-Chef die Möglichkeit des mobilen Arbeitens – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen ab sofort mindestens 40 Stunden in der Woche im Büro verbringen.

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Musk schrieb, es gebe „keine Möglichkeit, die Botschaft zu beschönigen“, wie sich die wirtschaftlichen Aussichten auf ein werbeabhängiges Unternehmen wie Twitter auswirken würden. „Der Weg vor uns ist beschwerlich und wird intensive Arbeit erfordern, um erfolgreich zu sein“, so der Twitter-Chef weiter.

Abofunktion hat laut Musk „höchste Priorität“

Und für die intensive Arbeit ist es laut Musk erforderlich, in den Büros präsent zu sein: Die Anwesenheitspflicht trete ab sofort in Kraft, Arbeiten von
zu Hause würde nur noch nach einer Einzelfallprüfung genehmigt. „Wenn Sie körperlich nicht in der Lage sind, in ein Büro zu reisen, oder eine wichtige persönliche Verpflichtung haben, ist Ihre Abwesenheit natürlich verständlich“, schränkte Musk allerdings ein. Twitter-Mitarbeitende hatten seit Beginn der Corona-Pandemie die Möglichkeit, von überall zu arbeiten.

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„Höchste Priorität“ bei Twitter habe die Einführung der umstrittenen Abofunktion Twitter Blue, die 8 Dollar im Monat kostet und mit der Verifizierung der Nutzerinnen und Nutzer verbunden ist. „Ohne signifikante Aboeinnahmen besteht eine gute Chance, dass Twitter den bevorstehenden wirtschaftlichen Abschwung nicht überleben wird“, schrieb Musk laut „The Verge“. „Wir brauchen ungefähr die Hälfte unserer Einnahmen aus Abonnements.“ In einer weiteren, aus nur einem Satz bestehenden E-Mail schrieb Musk: „In den nächsten Tagen hat das Auffinden und Sperren aller verifizierten Bots/Trolle/Spam höchste Priorität.“

Probleme mit Fake-Accounts von Prominenten

Hintergrund: Trotz drohender Sperren hatten einige Twitter-Nutzende nach der Umstellung des Verifikationssystems Fake-Accounts mit Namen von Prominenten angelegt und diese für irreführende Beiträge missbraucht. So wurde über den angeblichen Account des Basketballstars LeBron James verkündet, dass er die Los Angeles Lakers verlassen wolle. Es war einfach, den Account für echt zu halten: Neben dem Namen des Sportlers stand das bekannte weiße Häkchen auf blauem Hintergrund, und auch der Account-Name war zum Verwechseln ähnlich: „@KINGJamez“ statt des echten „@KingJames“. Der Account wurde zwar gesperrt – aber erst nachdem er bereits breitere Aufmerksamkeit bekommen hatte.

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Falscher George W. Bush twitterte, falscher Tony Blair antwortete

Auch für andere Sportler, Prominente und Unternehmen wurden im Laufe des Mittwochs Fake-Accounts angelegt. Es traf unter anderem die Spielefirmen Nintendo und Valve, auch ein angeblicher Account von Donald Trump kehrte zeitweise zu Twitter zurück. Der Ex-Präsident ist seit Januar 2021 bei Twitter verbannt, seit er sich freundlich über seine Anhänger geäußert hatte, die das Kapitol in Washington stürmten.

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Viel Aufmerksamkeit bekam auch ein Account, der angeblich dem früheren US-Präsidenten George W. Bush gehörte – inklusive Verifikationshäkchen. „Ich vermisse es, Iraker zu töten“, twitterte der Fake-Account. Ein falscher britischer Ex-Premier Tony Blair antwortete: „Ich auch, um ehrlich zu sein.“

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Das Verifikationshäkchen war bisher Prominenten, Politikern, Organisationen und Unternehmen vorbehalten, deren Identität von Twitter geprüft wurde. Nach dem neuen System bekommen es alle, die ein Abo für 8 Dollar im Monat abschließen. Eine Prüfung gibt es nicht mehr. Twitter-Besitzer Elon Musk sagte, er gehe davon aus, dass die Authentifizierung durch Bezahldienste und App-Plattformen sowie das Risiko, bei Verstößen den Account und das bezahlte Geld zu verlieren, ausreichenden Schutz gegen Missbrauch böten.

Musk hatte Twitter nach langem Hin und Her für 44 Milliarden Dollar gekauft. In der vergangenen Woche ordnete er Massenentlassungen an – die Rede war von 3700 Beschäftigten, rund die Hälfte der Twitter-Belegschaft.

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RND/seb/dpa

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