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Hälfte der Antworten falsch

ADAC-Test zeigt: Autofahrer haben große Wissenslücken bei Verkehrsregeln

Im Außenspiegel eines Pkw, der etwa 120 Kilometer pro Stunde und auf der linken Fahrbahn fährt, ist ein Kleintransporter zu sehen, der viel zu dicht auffährt und keinen Sicherheitsabstand einhält. Die meisten deutschen Autofahrer haben nach einem aktuellen Test des ADAC massive Lücken beim Thema Verkehrswissen.

München. Führerscheinprüfung bestanden und dann ab auf die Straße: So dürfte es bei den meisten Autofahrerinnen und Autofahrern laufen. Doch mit der Zeit verblasst das theoretische Wissen zum Führerschein. Das Ergebnis: „Große Wissenslücken und zum Teil gefährliche Selbstüberschätzung – das Ergebnis des ADAC-Tests Autofahrerwissen 2022 fällt insgesamt ziemlich unbefriedigend aus“, resümiert der ADAC in seiner Pressemitteilung.

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Hälfte der Antworten falsch

3547 Personen ab 17 Jahren haben an der repräsentativen Onlineumfrage teilgenommen. Alle besitzen einen Führerschein und benutzen ihren Pkw an mehr als drei Tagen im Jahr. 20 Fragen aus dem amtlichen Katalog der Führerscheintheorieprüfung mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beantworten.

Die Ergebnisse der Umfrage.

Die Ergebnisse der Umfrage.

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Lediglich 2 Prozent der Befragten konnten mehr als 16 Fragen aus verschiedenen Kategorien richtig beantworten. Im Durchschnitt wurde etwa die Hälfte der Aufgaben nicht korrekt gelöst. Als besonders bedenklich bewertet der ADAC die Tatsache, dass gerade diejenigen, die ihr Verkehrswissen viel besser als das der anderen einstuften, im Test schlechter abgeschnitten haben.

Der ADAC-Test konzentrierte sich auf Wissen, das mit häufigen Unfallszenarien zusammenhängt. Zudem wurden Fragen gestellt, die noch relativ neu im Repertoire der theoretischen Prüfung sind, wie zu Schutzvorschriften für Radfahrer oder zum Telefonieren im Auto.

Am häufigsten wurde die Frage zum erforderlichen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug korrekt beantwortet: Die Regel „halber Tacho“ hatten 87 Prozent der Befragten verinnerlicht. Fast genauso viele wussten, wie schnell ein Promille Alkohol im Blut abgebaut wird. Wichtige Verhaltensweisen an Kreuzungen, etwa bei „rechts vor links“, wussten immerhin 70 Prozent zu beantworten.

Das wussten im Test die wenigsten Befragten.

Das wussten im Test die wenigsten Befragten.

Wissenslücke: Handy am Steuer

Deutlich schlechter sah es hingegen beim Wissen um Regelungen zum Befahren von Umweltzonen aus: Nur 6 Prozent wussten, dass nicht nur Benzin- und Diesel-Pkw eine Feinstaubplakette benötigen, sondern auch Elektroautos. 25 Prozent wussten, wo das Reißverschlussverfahren angewendet wird. Details zum Telefonieren im Auto hatten nur 12 Prozent auf dem Schirm.

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Denn das Handyverbot am Steuer betrifft nicht nur das Telefonieren am Ohr. Während der Fahrt, jedoch auch im Stand mit laufendem Motor, dürfe ein Mobiltelefon niemals in der Hand bedient werden, erklärt der ADAC. Dazu würden auch das Schreiben von Nachrichten oder das kurze Ablehnen von Anrufen zählen. Das Handy dürfe nur bedient werden, wenn es sich in einer Halterung befinde. Aber auch da sei Vorsicht geboten: „Sie dürfen nur kurz auf das Gerät hin- und vom Verkehrsgeschehen wegsehen und auch nur, soweit es die Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse erlauben.“

Spitzenreiter sind Führerscheinneulinge

Bei den Ergebnissen gab es zum Teil kleine regionale Unterschiede: Spitzenreiter ist Niedersachsen mit insgesamt 10,3 korrekt beantworteten Fragen. Das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich neun richtigen Antworten.

Unter den Teilnehmenden waren viele routinierte Autofahrerinnen und Autofahrer: Zwei Drittel besitzen ihren Führerschein seit mehr als 20 Jahren, nur ein Prozent weniger als zwei Jahre. Mehr als die Hälfte fährt an mindestens 200 Tagen im Jahr mit dem Auto.

Überdurchschnittlich viele richtige Antworten kamen von Führerscheinneulingen, was wiederum zeigt, dass ältere Autofahrerinnen und Autofahrer zwar in der Regel über Routine verfügen, das theoretische Wissen aufgrund des längeren Zeitraums seit der Führerscheinprüfung aber lückenhaft ist. Der ADAC rät, seine Kenntnisse ab und zu aufzufrischen, vor allem angesichts der im Laufe der Jahre vorgenommenen Änderungen bei den Verkehrsregeln.

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RND/dpa/lin

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