Fischer machen unglaublichen Fund

Vermisstes Schiff nach 111 Jahren vor Australien entdeckt

Eine über 111 Jahre alt Aufnahme der „Glenbank“. Das Wrack des Frachtschiffes wurde nun entdeckt.

Eine über 111 Jahre alt Aufnahme der „Glenbank“. Das Wrack des Frachtschiffes wurde nun entdeckt.

Sydney. 111 Jahre lag das Wrack der „Glenbank“ am Meeresboden, bevor eine Gruppe westaustralischer Fischer es jetzt entdeckte. Denn obwohl bekannt war, dass das finnische Schiff bei einem Sturm gesunken war, war seine letzte Ruhestätte bisher unbekannt gewesen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dabei gibt es eine eher dramatische Überlebensgeschichte: Denn als der Frachter 1911 bei stürmischem Wetter vor der Küste Westaustraliens unterging, konnte sich ein 22‑jähriger Seemann als Einziger retten. Antle Kitala (auch bekannt als Antti Ketola) befand sich mit dem dritten Maat gerade in der Takelage, als es zur Katastrophe kam und das Schiff sank.

Ein einziger Überlebender

Nach dem Chaos und der Panik waren Kitala, der dritte Maat sowie der Schiffskoch die einzigen, die noch über Wasser waren. Der Rest der insgesamt 24 Besatzungsmitglieder war, wie auch die „Glenbank“ selbst, verschwunden. Als eine große Welle auf die drei Überlebenden einstürzte, war Kitala plötzlich völlig allein. Der junge finnische Seemann war der Einzige, der wieder auftauchte. Seine beiden Kameraden sollte er nie wieder­sehen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Kitala klammerte sich an ein Stück Holz und wurde schließlich auf der Insel Legendre vor der Küste West­australiens angespült. Drei Tage musste er dort überdauern – er ernährte sich von rohen Schalentieren – bevor ihn schließlich ein Perlenboot entdeckte und rettete.

Filmcrew löste das Rätsel

Obwohl es mit Kitala einen Überlebenden gab, blieb das Wrack selbst über 100 Jahre lang verschollen. Erst jetzt stieß eine Gruppe westaustralischer Fischer im Dampier Marine Park vor der Küste Westaustraliens auf das 73 Meter lange Schiff, wie es in einer Pressemitteilung des Streamingdienstes Disney+ und dem Western Australian Museum hieß. Eine Crew von Disney+, die eine Serie namens „Shipwreck Hunters Australia“ drehte, meldete den Fund dem westaustralischen Museum. Dessen Archäologen bestätigten schließlich die Herkunft und Identität des Schiffes.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Wrackjäger: „Es war unglaublich aufregend für uns“

In der Serie erzählen die Filmemacher die Geschichte des in Schottland gebauten Frachtschiffes und seiner Besatzungsmitglieder, die bis auf Kitala alle ihr Leben verloren haben. „Es war unglaublich aufregend für uns, als wir das Schiff zum ersten Mal entdeckten“, sagte Johnny Debnam von „Shipwreck Hunters Australia“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Sie hätten das Schiff vermessen und die „riesigen Wrackteile“ unter Wasser gefilmt, während Haie, Schild­kröten, Delfine und etliche andere Meereslebewesen um sie herum schwammen. „Das Team konnte wichtige Beweise am Meeresboden interpretieren“, sagte Debnam. Gepaart mit einer Recherche in den Archiven sei es ihnen gelungen, die „unglaubliche Geschichte des Schiffes“ nachzuzeichnen.

Ungesicherte Ladung wurde dem Schiff zum Verhängnis

Die „Glenbank“ kam einst im November 1910 in Balla Balla in Westaustralien an, um Kupfererz vom fünften Kontinent nach Großbritannien zu transportieren. Die Schiffsbesatzung bestand aus über 20 Seeleuten – da­runter Russen, Norweger und Finnen –, die unter dem Kommando von Kapitän Fredrik Moberg standen. Die Recherchen und gesammelten Beweise des Teams lassen vermuten, dass die „Glenbank“ aufgrund einer ungesicherten Kupfererzladung unterging. Die Ladung verrutschte während des heftigen Sturms wohl und brachte das Schiff daraufhin relativ schnell zum Kentern. Rumpf und Deck brachen dabei anscheinend auseinander.

Laut der Meeresarchäologin Deb Shefi vom Western Australian Museum ist die Entdeckung der „Glenbank“ ein wichtiges Puzzleteil, um die Geschichte des Welthandels um die Jahrhundertwende besser zu verstehen. Außerdem gebe sie denjenigen eine Stimme, „die an diesem schicksalhaften Tag im Jahr 1911 auf tragische Weise ihr Leben verloren“, wie die Archäologin sagte. Die Forscherin berichtete, dass das für die Jahreszeit ungewöhnlich gute Wetter es ihnen erlaubt habe, Messungen vorzunehmen und Details aufzuzeichnen, die halfen, den tragischen Schiffbruch aufzuklären.

Das Filmteam, das den Fund dokumentierte, machte im Rahmen seiner Recherchen auch Kitalas Enkel Matti Latva-Panula in Finnland ausfindig. Dieser ist inzwischen in den Achtzigern und wusste nicht einmal, dass sein Großvater eine so aufregende Vergangenheit hatte. „Als er wieder hier in Finnland lebte, hat er nie darüber gesprochen“, sagte Latva-Panula. „Wir wussten gar nicht, was mit Antti passiert war.“ Von nun an werde die Geschichte aber in der Familie „weiterleben“, sagte der finnische Nachfahre des einzigen Überlebenden des Schiffbruchs. „Alle Kinder und Enkelkinder werden davon erfahren.“

Mehr aus Panorama

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken