Rätselhaftes Fischsterben

Tourismus an der Oder leidet unter der Umweltkatastrophe – Bisher keine Besorgnis an der Ostsee

Tote Fische haben sich im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, nahe dem Abzweig vom Hauptfluss Oder, auf der Wasseroberfläche gesammelt.

Tote Fische haben sich im deutsch-polnischen Grenzfluss Westoder, nahe dem Abzweig vom Hauptfluss Oder, auf der Wasseroberfläche gesammelt.

Seelow. Das massive Fischsterben in der Oder wirkt sich auch auf den Tourismus in der Region am Fluss aus. Es gebe viel weniger Tagesausflüge und auch Leute, die Reisen auf dem Oder-Neiße-Radweg noch nicht fest geplant hätten, nähmen gegenwärtig davon Abstand, sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree, Ellen Russig, der Deutschen Presse-Agentur.

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In dem Verband ist auch der besonders betroffene Landkreis Märkisch-Oderland, der auf einer Länge von rund 80 Kilometern an der Oder zur Grenze nach Polen liegt. „Die Umweltkatastrophe wird langfristig Auswirkungen haben, wo wir gegensteuern müssen“, machte Russig klar. Betroffen seien unter anderem der Angeltourismus und Kanu-Ausflüge. Ihren Angaben zufolge besteht der Tourismus in der Region zu 50 Prozent aus Tagesausflügen, die andere Hälfte seien Übernachtungen.

Polen schließt Quecksilber als Ursache für Fischsterben in der Oder aus

Die Suche nach der Ursache für das massenhafte Sterben in der Oder geht weiter. Umweltministerin Lemke bemängelte die deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Bei der Tourist-Information Oderbruch und Lebuser Land stehen seit Bekanntwerden der Umweltkatastrophe die Telefone nicht mehr still, wie die Leiterin Angelika Fuchs am Mittwoch berichtete. Zahlreiche Menschen, die Ausflüge geplant haben, erkundigten sich nach der Lage und ob es an der Oder gefährlich sei. Es gebe aber auch eine große Solidarität. „Ganz, ganz viele Menschen machen sich Gedanken und fragen, wie sie helfen können.“ Zu Stornierungszahlen konnte Fuchs keine Angaben machen. Seit Corona setzten sich die Gäste direkt mit den Vermietern in Verbindung, deshalb gebe es keinen Überblick.

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Ostsee-Landkreis sieht noch keinen Grund zur Beunruhigung

Trotz des massiven Fischsterbens sieht der Landkreis Vorpommern-Greifswalds keine Gefahr fürs Baden in der Ostsee. „An den Ostseestränden der Sonneninsel Usedom herrschen weiter beste Badebedingungen“, erklärte Landrat Michael Sack (CDU) am Mittwoch. Der Landkreis sei von der Situation in der Oder bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht betroffen, hieß es in einer Mitteilung.

dpatopbilder - 12.08.2022, Brandenburg, Schwedt: Viele tote Fische treiben im Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder im Nationalpark Unteres Odertal nördlich der Stadt Schwedt. Am selben Tag informierte sich Brandenburgs Umweltminister Vogel (Bündnis 90/Die Grünen) bei einem Vor-Ort-Besuch über die Lage am Fluss Oder. Das Fischsterben in der Oder ist nach Angaben der polnischen Umweltschutzbehörde wahrscheinlich von einer Wasserverschmutzung durch die Industrie ausgelöst worden. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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Die Oder mündet in das Stettiner Haff, durch das die deutsch-polnische Grenze verläuft und das mit der Ostsee vor Usedom verbunden ist. Das Mündungsgebiet ist weit verzweigt und das Haff mit rund 900 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie der Bodensee. Bislang sind nach offiziellen Angaben zumindest im deutschen Teil des Haffs keine Auswirkungen des Oder-Fischsterbens erkennbar geworden.

Dennoch warnt der Landkreis weiterhin, das Wasser des deutschen Teils des Haffs zu nutzen. Demnach wird vom Angeln, Fischen und der Wasserentnahme abgeraten. Die Schweriner Landesregierung rät zudem vom Baden ab, da man trotz fehlender konkreter Hinweise gesundheitliche Schädigungen nicht ausschließen könne.

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Sack erklärte: „Einerseits ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt, gleichwohl ist auch Besonnenheit wichtig. Wir verfolgen das Geschehen bei unseren Nachbarn weiterhin sehr aktiv.“ Die Ursache für das massenhafte Fischsterben in der Oder ist noch immer unklar. In Polen und in Brandenburg sammeln Helfer seit Tagen Fischkadaver ein.

RND/dpa

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