Umweltkatastrophe

Fischsterben in der Oder: Satellitenbilder bestätigen „massive Algenblüte“

Die Satellitenbilder zeigen, wie sich die Algen in der Zeit von Ende Juli bis Mitte August in der Oder ausgebreitet haben. Dies war anhand der Chlorophyll-Konzentration im Fluss möglich.

Die Satellitenbilder zeigen, wie sich die Algen in der Zeit von Ende Juli bis Mitte August in der Oder ausgebreitet haben. Dies war anhand der Chlorophyll-Konzentration im Fluss möglich.

Leipzig. Auswertungen von Satellitenbildern haben bestätigt, dass es in der Oder zu einer „massiven Algenblüte“ gekommen ist. An den Auswertungen waren das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und die Universität Leipzig beteiligt. Die Wissenschaftler hoffen, dass die neuen Erkenntnisse helfen werden, das Fischsterben in der Oder aufzuklären.

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Die Spezialisten des Umweltdatenanalyseunternehmens Brockmann Consult hatten zusammen mit dem IGB sowie der Universität Leipzig Rohdaten des europäischen Copernicus Satelliten Sentinel 2 ausgewertet. Dieser verfügt über einen speziellen Sensor, der die Farbe von Wasser bestimmen kann.

Fischsterben in der Oder: Gesamtes Ökosystem geschädigt

Noch immer steht nicht fest, was genau das massive Sterben der Tiere im deutsch-polnischen Grenzfluss verursacht hat.

Daraus lässt sich laut der Experten ableiten, ob sich beispielsweise gehäuft farbgebende Pigmente in Form von Chlorophyll aus Algen in dem Fluss befinden. Im Fall der Oder konnten die Experten auf diese Weise eine „ungewöhnlich hohe Konzentration von Algen“ nachweisen.

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Es wurden Aufnahmen von Ende Juli, Anfang August und Mitte August miteinander verglichen. „Ende Juli ist die Konzentration des gesamten Flusslaufes auf einem mittleren Niveau, mit leichter Erhöhung im südlichen Flussabschnitt um die Stadt Opode“, heißt es in einer Mitteilung des IGB. Anfang August sei dann ein sprunghafter Anstieg der Chlorophyll-Konzentration auf Höhe von Breslau in Polen erkennbar gewesen. Daraufhin habe sich die Algenblüte zehn bis zwölf Tage später wie eine Welle weiter flussabwärts verlagert und auf einen größeren Bereich der Oder ausgedehnt.

Ist eine giftige Alge schuld?

Dass eine Alge am Fischsterben in der Oder schuld sein könnte, war Ende vergangener Woche bekannt geworden. Experten brachten die giftige Alge Prymnesium parvum ins Spiel. Die Mikroalge sei bekannt dafür, gelegentlich Fischsterben auszulösen, und vermehre sich gerade massiv in der Oder, hieß es. Ob wirklich ein Zusammenhang zwischen der Alge und der Umweltkatastrophe besteht, ist aber noch nicht bestätigt. In den vergangenen Wochen war in Polen und im Osten Deutschlands tonnenweise toter Fische an den Ufern der Oder angeschwemmt worden.

Nach Ansicht der Experten des IGBs haben die neuen Satellitendaten „großes Potenzial, zur weiteren Aufklärung der Oder-Katastrophe beizutragen“. Nun sollen gewässerökologische Messdaten und Wasserproben mit den Satellitenbildern verglichen werden. Die Analysen sollen in den nächsten Wochen fortgesetzt werden.

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RND/ag

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