Südlich von Bordeaux

Frankreich bleibt bei Waldbränden nicht allein – Europäische Partner helfen aus

Waldbrand in Saint Magne, südlich von Bordeaux, im Südwesten Frankreichs

Waldbrand in Saint Magne, südlich von Bordeaux, im Südwesten Frankreichs

Deutsche Feuerwehrleute zur Unterstützung in Frankreich

„Das ist aus unserer Sicht europäische Solidarität“, formuliert es Feuerwehrmann Martin Haselbauer, der aus Bonn zur Verstärkung angereist ist.

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Bordeaux. Im Kampf gegen die heftigen Waldbrände an der Atlantikküste erhält Frankreich europäische Unterstützung. Die EU-Kommission hat über den europäischen Katastrophenschutzmechanismus vier Feuerwehrflugzeuge nach Frankreich entsandt, die bislang in Griechenland und Spanien stationiert waren, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Außerdem seien Feuerwehrteams aus Deutschland, Polen, Österreich und Rumänien auf dem Weg nach Frankreich, um die französischen Kräfte zu unterstützen. „Unsere Partner helfen Frankreich“, bedankte sich Präsident Emmanuel Macron. „Die europäische Solidarität funktioniert.“

Im Rheinland machte sich eine spezialisierte Einheit von Feuerwehrleuten aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen auf den Weg nach Frankreich, wie die Stadt Bonn mitteilte. Begleitet wurden sie von Kameraden aus Niedersachsen, einer Versorgungseinheit der Johanniter-Unfallhilfe sowie Experten der Hilfsorganisation „@fire“.

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Temperaturen bis 40 Grad

Südlich von Bordeaux waren nach rund zwei Wochen erneut starke Brände ausgebrochen, es gibt den Verdacht der Brandstiftung. Wie die Präfektur am Donnerstag mitteilte, kämpfen rund 1100 Einsatzkräfte gegen die Flammen, 10.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. 16 Häuser wurden zerstört.

Seit Dienstag brannten mehr als 68 Quadratkilometer im Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine südlich von Bordeaux und im angrenzenden Département Landes nieder. Frankreich durchlebt neben der nach Regierungsangaben schlimmsten Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen derzeit eine Hitzewelle; auch am Donnerstag wurden Temperaturen bis 40 Grad erwartet.

Die Feuerwehr veröffentlichte Fotos aus der Nacht, die brennende Kiefernwälder und dichte Rauchwolken zeigten. Premierministerin Élisabeth Borne und Innenminister Gérald Darmanin wollten am Donnerstag die evakuierte Kleinstadt Hostens besuchen und mit Feuerwehrleuten, Rettungskräften, Beamten und Freiwilligen sprechen. Darmanin sagte, die Einsatzkräfte würden von neun Flugzeugen und zwei Hubschraubern unterstützt.

Erneute Waldbrände im Südwesten Frankreichs

In vielen Teilen Europas kämpfen Feuerwehrleute gegen Waldbrände. So auch im Département Gironde um Bordeaux. Dort war im Juli bereits ein Feuer ausgebrochen.

Erst im Juli wüteten Waldbrände in der Gironde, die mehr als 39.000 Menschen aus ihren Häusern flüchten ließen, unter ihnen auch Touristen. Die aktuelle Hitzewelle in Frankreich ist die vierte des Jahres.

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„Diese Trockenheit ist die schlimmste, die in unserem Land jemals verzeichnet wurde.“

Élisabeth Borne, Premierministerin Frankreich

Premierministerin Élisabeth Borne dankte den Feuerwehrleuten am Donnerstag bei einem Besuch südlich von Bordeaux. Frankreich müsse sich darauf rüsten, die vom Klimawandel begünstigten Brände künftig noch besser bekämpfen zu können. Beim Wiederaufforsten der Wälder müssten Nachhaltigkeit und der Klimawandel berücksichtigt werden. „Diese Trockenheit ist die schlimmste, die in unserem Land jemals verzeichnet wurde“, hatte Borne Ende vergangener Woche erklärt.

Auch in Frankreichs nördlichen Regionen wüteten in diesem Sommer mehrere große Waldbrände. Ein Brand bei Baugé zerstörte der Präfektur Maine-et-Loire zufolge etwa 1400 Hektar Land. Frankreichs Umweltminister Christophe Béchu sagte der Zeitung „Libération“ am Donnerstag zu dem Feuer: „Was wir hier erlebt haben, ist ohnegleichen.“ Einen Brand solchen Ausmaßes habe die Feuerwehr dort noch nicht gesehen. Die Erderwärmung führe dazu, dass auch nördliche Regionen verstärkt von Bränden betroffen sein könnten.

Griechenland: Waldbrand auf Ferieninsel

Auf der griechischen Ferieninsel Thasos hat die Feuerwehr am Donnerstag gegen einen großen Waldbrand angekämpft. Ein Dorf musste evakuiert werden. Sechs Löschflugzeuge, sechs Helikopter und Hunderte Feuerwehrleute und Freiwillige und Militäreinheiten sind im Einsatz, um die Flammenfront zu stoppen, wie die Feuerwehr am Morgen mitteilte.

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Die Insel im Norden der Ägäis ist dicht bewaldet. Dicke Rauchwolken seien am Donnerstagmorgen aus weiter Entfernung zu sehen gewesen, berichteten örtliche Medien. Verletzt wurde bislang niemand, teilte der Bürgermeister der Insel Lefteris Kyriakidis im staatlichen Rundfunk mit.

In Griechenland sind dieses Jahr bisher nach Angaben des Zivilschutzes mehr als 13.000 Hektar verbrannt. Neben Brandstiftung wird als Ursache der Brände von den Meteorologen der Klimawandel genannt. Nach Monaten der Trockenheit, wegen hoher Temperaturen und starker Winde herrschten Zustände, die jedes kleine Feuer zu einem riesigen Waldbrand machen könnten, sagten Meteorologen am Donnerstag im Staatsrundfunk.

RND/dpa

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