Neue Verordnung regelt Namensgebung

Vegane Wurst darf in Frankreich nicht mehr Wurst heißen

Imitate von Würsten oder Steak auf pflanzlicher Basis finden sich immer häufiger in den Supermarktregalen.

Optisch und teilweise geschmacklich kaum unterscheidbar – trotzdem dürfen vegetarische Ersatzprodukte und echte Würstchen in Frankreich ab Oktober nicht mehr den gleichen Namen tragen (Symbolbild).

Vegane Wurst ist keine Wurst: Als erstes EU-Land verbietet Frankreich den Herstellern von vegetarischen und veganen Fleischalternativen, ihren Produkten Namen wie „Wurst“, „Steak“ oder „Bacon“ zu geben. Eine neue Verordnung verbietet für verarbeitete Produkte aus pflanzlichen Proteinen unter anderem Begriffe, die sich auf Tierarten oder die Morphologie oder Anatomie von Tieren beziehen. Ebenfalls nicht mehr erlaubt sind Bezeichnungen, die „spezifische Terminologie der Fleischerei, der Wurstwaren­industrie oder der Fischindustrie“ enthalten. Die Regelung tritt am 1. Oktober in Kraft.

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Betroffene Produkte, die bereits vor Oktober produziert oder beschriftet wurden, dürfen noch bis Ende 2023 vermarktet werden. Danach ist in Frankreich Schluss mit „veganen Steaks“ oder „Gemüsewürstchen“. Die Verordnung gilt allerdings nur für in Frankreich produzierte Lebensmittel.

Frankreichs Fleischindustrie begrüßt die Maßnahme

Wie die französische Nachrichtenseite actu.fr berichtet, begrüßte die französische Fleischindustrie die Maßnahme. Jean-François Guihard, Präsident des nationalen Branchenverbands für Vieh und Fleisch, lobte sie demnach als einen „wesentlichen Schritt zur Förderung der Transparenz der Verbraucher­informationen sowie zur Erhaltung unserer Produkte und unseres Know-hows“.

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Kritik kommt dagegen vom ONAV, einem Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Angehörigen der Gesundheits­branche, die auf pflanzliche Lebensmittel und menschliche Ernährung spezialisiert sind. Das Dekret sei nur zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen der Fleischbranche gedacht und behindere den Übergang zu einer gesünderen und nachhaltigeren Ernährung der Franzosen, schreibt das Bündnis auf seiner Website.

RND/lg

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