Weniger heftig als gedacht

Gewitter in NRW: Umgestürzte Bäume, Störungen im Bahn- und Flugverkehr

Blitze zucken durch die Nacht: In weiten Teilen von Mecklenburg-Vorpommern drohen unwetterartige Gewitter.

Blitze zucken durch die Nacht. (Symbolbild)

Essen. Trotz umgestürzter Bäume und Beeinträchtigungen im Flug- und Bahnverkehr ist das Unwetter in Nordrhein-Westfalen etwas weniger heftig ausgefallen als vorhergesagt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte vor unwetterartigen Entwicklungen mit Starkregen, schweren Sturm- und orkanartige Böen und Hagel gewarnt.

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Die Gewitterfront erreichte NRW am Nachmittag über den Südwesten bei Aachen und zog dann über das Rheinland sowie das Münsterland und das Ruhrgebiet hinweg. Vielerorts verdunkelte sich schlagartig der Himmel. Es gab lokal heftige Regenfälle, Donner und Blitze. Später zog die Gewitter-Front weiter über Südwestfalen Richtung Ostwestfalen-Lippe.

Bei einem Blitzeinschlag auf einem Frachtschiff in Duisburg wurde ein Mann schwer verletzt. Es handle sich vermutlich um einen Beschäftigten auf dem Schiff, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Blitz sei auf dem Deck eingeschlagen und habe den Mann dadurch schwer verletzt, so der Sprecher. Zuvor hatte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ über den Blitzeinschlag berichtet.

Düsseldorfer Flughafen für 30 Minuten außer Betrieb

Der Flughafen in Düsseldorf stellte aus Sicherheitsgründen am Nachmittag für rund 30 Minuten seinen Betrieb ein. In der Zeit hätten keine Maschinen landen oder starten können, teilte ein Flughafensprecher mit. Außerdem wurden die Flugzeuge in der Zeit nicht be- und entladen. Ab etwa 15.45 Uhr konnte der Betrieb aber wieder planmäßig laufen, hieß es.

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Starke Unwetter mit Tornados? Wetterdienst warnt vor „massiven Schäden“

Deutschland steht laut Deutschem Wetterdienst mit großer Wahrscheinlichkeit am Freitag ein „extremes Unwetter“ mit Gewitter, Hagel und Sturm bevor.

Ein halbes Dutzend umgestürzter Bäume wurden am Niederrhein und im Münsterland gemeldet, Bahnstrecken waren blockiert. Zwischen Düsseldorf und Leverkusen stürzte ein Baum auf die Nord-Süd-Hauptstrecke. Dort sollte ein Teil der Strecke schnell wieder freigegeben werden, sagte ein Bahnsprecher. Die Störung der S-Bahn-Linie 6 zwischen Düsseldorf und Köln könne länger dauern. Zwischen Haltern und Dülmen stürzte ebenfalls ein Baum um. Betroffen waren hier zwei Regionalexpress-Linien. Laut „zuginfo.nrw“ waren außerdem mehrere Regionalbahnen im Münsterland, Duisburg und Dortmund beeinträchtigt. Auch in der Eifel kam es zu Unwetterschäden.

Feuerwehr hat einiges zutun

In Köln sorgten heftiger Regen, Orkanböen und Hagel für etwa 100 Einsätze der Feuerwehr: Es gab vollgelaufene Keller, lose Dachziegel und Gerüste, abgebrochene Äste sowie umgestürzte Bäume auf Straßen und Bahngleisen. In Longerich sei ein Kran auf ein Haus gestürzt, teilte die Feuerwehr mit. Verletzt wurde dabei niemand. Insgesamt seien in Köln 280 Kräfte zu Einsätzen ausgerückt.

Wie die Deutsche Bahn mitteilte, musste in den benachbarten Niederlanden der Bahnverkehr nach Deutschland wegen des Gewitters zeitweise eingestellt werden. Besonders betroffen war die Strecke von Köln nach Amsterdam. Es kam zu Verspätungen und Haltausfällen. Teils wurde der Verkehr über Venlo umgeleitet. Bahn-Reisende wurden gebeten, die Reiseverbindung auf den Online-Portalen oder der Bahn-App zu überprüfen.

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Wegen der Unwettergefahr hatte die Stadt Krefeld vorübergehend die in Leichtbauhallen im Forstwald untergebrachten Geflüchteten aus der Ukraine in eine Schule gebracht. Windböen in Orkanstärke waren vorhergesagt worden. In Ahaus im Münsterland wurde der Schlossgarten gesperrt, weil mehrere große Bäume umgestürzt waren, wie die Stadt mitteilte.

Der Düsseldorfer Wildpark und der Zoo Dortmund wurden wegen des angekündigten Unwetters am Nachmittag geschlossen. Die Tiere des Zoos seien vorsorglich in die Innengehege gebracht worden, teilte eine Sprecherin in Dortmund mit. Am Freitag soll entschieden werden, ob der Zoo wieder öffnen könne.

Freitag bringt erneut Starkregen und Gewitter

Für diesen Freitag sagte der DWD zunächst einzelne Schauer und Gewitter voraus. Erst am Nachmittag und Abend sei mit einem deutlich erhöhtes Gewitter- und Unwetterpotenzial zu rechnen. Dabei könnte es teils heftigen Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen, vereinzelt sogar orkanartige Böen, geben.

Da nicht vorhersehbar sei, zu welcher Uhrzeit und in welchen Landesteilen das vorhergesagte Unwetter am Nachmittag auftreten wird, sei kein genereller Ausfall des Unterricht an den Schulen in NRW geplant, hieß es am Abend aus dem Schulministerium. Bei solchen Wettervorhersagen entscheide auf der Grundlage des Erlasses „Regelungen zum Unterrichtsausfall und anderen schulischen Maßnahmen bei Unwettern und anderen extremen Wetter-Ereignissen“ jede Bezirksregierung eigenständig unter Berücksichtigung der regionalen Wetterlage über einen möglichen Ausfall des Präsenz-Unterrichts.

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Die für Freitag angesetzten Prüfungen, unter anderem schriftliche Nachschreibprüfungen im Abitur und Prüfungen in Berufskollegs, würden nach Stand der derzeitigen Wetterlage wie geplant stattfinden. Bei Bedarf sollen die Schulgebäude so lange geöffnet bleiben, bis ein sicherer Heimweg möglich sei.

RND/dpa

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