Mutmaßliche Bande angeklagt

1,4 Tonnen Kokain geschmuggelt: „Goodbye Deutschland“-Auswanderer vor Gericht

Der Angeklagte Jürgen Albers (60), bekannt unter anderem als Mallorca-Auswanderer in der Fernsehsendung „Goodbye Deutschland", vor dem Beginn des Prozesses im Gerichtssaal.

Der Angeklagte Jürgen Albers (60), bekannt unter anderem als Mallorca-Auswanderer in der Fernsehsendung „Goodbye Deutschland", vor dem Beginn des Prozesses im Gerichtssaal.

Aachen. Der mutmaßliche Drahtzieher kam im Rollstuhl: Mit einer Erörterung der Verhandlungsfähigkeit des Hauptangeklagten hat am Mittwoch in Aachen ein Prozess gegen eine mutmaßliche Drogenbande begonnen. Der 60 Jahre alte einstige Mallorca-Auswanderer Jürgen Albers („Goodbye Deutschland“) wurde in den Gerichtssaal im Landgericht geschoben und ging schwerfällig weiter zur Anklagebank.

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Albers und vier weiteren Angeklagten im Alter zwischen 32 und 44 Jahren wird vorgeworfen, die große Menge von 1,4 Tonnen Kokain in professionellen Schmuggelverstecken in Luxusautos transportiert zu haben. Dabei sollen auch Autos von Porsche und Maserati eingesetzt worden sein. Ihnen wird bandenmäßiges unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. Darauf stehen bis zu 15 Jahre Haft. Die Anklage wurde am Mittwoch nicht verlesen, weil eine Angeklagte an Corona erkrankt war.

Nach früheren Angaben seines Anwalts bestreitet Albers die in der Anklageschrift erhobenen Vorwürfe. Er sei aber zur Kooperation mit dem Gericht bereit.

Zum Prozessauftakt ging es um die Gesundheit von Jürgen Albers

Hauptpunkt der Verhandlung war der Gesundheitszustand des 60-Jährigen. Sein Mandant sei Diabetiker, habe einen Herzinfarkt erlitten und außerdem eine Sehschwäche, erklärte sein Anwalt. Es könne sein, dass es bei der Hauptverhandlung zu einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustands komme.

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Ein medizinischer Sachverständiger sagte, der Angeklagte sei „sicherlich sehr krank“. Aber er sehe keinen Grund, weshalb eine Verhandlungsfähigkeit nicht bestehen sollte. Diabetes habe der 60-Jährige seit vielen Jahrzehnten. Eine Sehbehinderung sei normal. Der Staatsanwalt warf ein, dass Albers aus der Haft auch Briefe schreibe. „Da werden viele, viele Blätter verschickt.“

Albers saß in schwarzer Lederjacke und weißem Hemd still im Gericht: das blonde Haar zu einem dünnen Pferdeschwanz gebunden, eine Atemmaske und eine Brille vor dem Gesicht. Um die drei weiteren anwesenden Angeklagten im Saal ging es nicht. Unter ihnen war auch die Ex-Freundin von Albers, die als einzige auf freiem Fuß ist. Am 7. September soll der Prozess weitergehen. Für die Beschuldigten gilt bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung.

RND/dpa

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