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"Feier des Lebens"

Tausende Biker zum Motorradgottesdienst Hamburg erwartet

Mogo-Pastor Lars Lemke führte 2019 die Ausfahrt nach dem Hamburger Motorradgottesdienst auf seinem Motorrad an. Nach der Corona-Pandemie soll die Veranstaltung am 12.06.2022 wieder stattfinden, allerdings ohne den traditionellen Motorradkorso.

Hamburg. Zum 39. Motorradgottesdienst (Mogo) im Hamburger Michel werden am Sonntag (12.00 Uhr) mehrere Tausend Biker erwartet. Mogo-Pastor Lars Lemke rechnet mit 3000 Teilnehmern, es könnten bei schönem Wetter aber auch deutlich mehr werden. Beim letzten Mogo vor der Pandemie im Juni 2019 kamen nach Polizeiangaben rund 20.000 Motorradfahrer, in manchen Jahren davor waren es bis zu 30.000.

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In den beiden vergangenen Jahren konnte der Verein Hamburger Mogo in der Nordkirche nur im Internet übertragene Gottesdienste ohne Gemeinde feiern. „Digital Motorradfahren - das fühlt sich ja doch ein bisschen schräg an“, hatte die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, in ihrem Grußwort im vergangenen Jahr gesagt. Sie hatte hinzugefügt: „Immerhin kommt das dem Klimaschutz entgegen.“ Fehrs soll am Sonntag erneut ein Grußwort sprechen.

Traditioneller Motorradkorso fällt aus

Vor und nach dem Gottesdienst (11.00 bis 15.00 Uhr) soll es ein Rahmenprogramm auf dem Michel-Vorplatz geben. Auf den traditionellen Motorradkorso nach Buchholz in der Nordheide müssen die Biker in diesem Jahr aber verzichten. Der Mogo-Verein hätte dafür bereits im Dezember die finale Planung vorlegen müssen und allein 30.000 Euro für Absperrmaßnahmen und Terrorschutz ausgeben müssen, erklärte Lemke. Damals sei aber nicht mal klar gewesen, ob der Mogo überhaupt würde stattfinden dürfen. Um die finanzielle Basis für die nächsten Jahre zu sichern, will der Verein jetzt einen Förderkreis aufbauen.

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Mit den Kritikern der Veranstaltung und den Klimaschützern wollen die Veranstalter das Gespräch suchen. Die Biker seien technikaffin und offen für den Klimaschutz, sagte Lemke. Er selbst sei schon vor drei Jahren mit einem Elektromotorrad dabei gewesen. Für den Pastor ist jedoch klar: „Wir retten nichts und niemanden, wenn wir den Mogo nicht stattfinden lassen.“ Ohne diesen Gottesdienst würden die Biker dennoch losfahren, vielleicht zu einer Fischbrötchenbude oder einer Eisdiele. Der Verein wolle auch nicht, dass seine Veranstaltung mit den Hamburger Harley Days in einen Topf geworfen wird. „Unser Schwerpunkt ist der Gottesdienst“, sagte der Mogo-Pastor. Es kämen auch kirchenferne Menschen mit einer gewissen Hemmschwelle in den Michel.

Lemke beschrieb das Anliegen mit den Worten des ersten Mogo-Pastors Reinhold Hintze: „Der Tank unserer Seele muss gefüllt werden, damit wir auf der Straße unseres Lebens nicht liegen bleiben.“ Die Gottesdienstbesucher könnten für Verstorbene eine Kerze anzünden oder an einem Kreuz vor dem Michel einen Stein niederlegen. „Das ist eine Feier des Lebens“, sagte Lemke.

RND/dpa

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