Schwere Schäden befürchtet

Hurrikan „Ian“ auf dem Weg nach Florida: Notstand und erste Evakuierungen

Vorbereitungen auf den Tropensturm "Ian" in South Pasadena in Florida.

Vorbereitungen auf den Tropensturm "Ian" in South Pasadena in Florida.

Havanna. Auf seinem Weg nach Kuba und Florida hat Hurrikan „Ian“ am Montag an Stärke zugelegt. Der Tropensturm wurde am Nachmittag (Ortszeit) auf die Kategorie 2 heraufgestuft. Meteorologen erwarteten, dass der Wirbelsturm zunächst auf die Westspitze Kubas treffen und dann mit noch größerer Wucht am Mittwoch Florida erreichen würde. Als besonders gefährdet galten die Städte Tampa und St. Petersburg an der Westküste des US-Staates. US-Präsident Joe Biden verschob wegen des Hurrikans eine geplante Reise nach Florida am Dienstag und rief den Notstand aus.

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Die kubanischen Behörden setzten den Unterricht in der Provinz Pinar del Rio aus, schickten medizinisches Personal und Rettungskräfte und planten die Evakuierung von 20 Gemeinden, wie die staatlichen Medien berichteten. Auch Maßnahmen zum Schutz von Lebensmitteln und anderen Feldfrüchten in Lagerhäusern seien geplant. „Kuba erwarten extreme Orkanböen, lebensbedrohlichen Sturmfluten und heftige Regenfälle“, sagte Daniel Brown vom amerikanischen Hurrikanzentrum der Nachrichtenagentur AP. Für Montagabend oder den frühen Dienstagmorgen sei mit 4,30 Meter hohen Wellen zu rechnen.

In Havanna holten Fischer ihre Boote entlang der berühmten Strandpromenade aus dem Wasser. Städtische Angestellte reinigten Abwasserkanäle vor dem erwarteten Regen.

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Das Auge des Hurrikans zog am Montagnachmittag westlich der Kaimaninseln vorbei. Größere Schäden wurden nicht gemeldet, die Bewohner kehrten auf die Straßen zurück, als der Wind nachließ.

„Das ist der Ernstfall“

„Ian“ sollte nach Einschätzung des Hurrikanzentrums nicht über Kuba verharren, sondern über dem Golf von Mexiko langsamer und dabei breiter und stärker werden. Daraus ergebe sich das Risiko erheblicher Böen und Sturmfluten entlang der Westküste Floridas. In Tampa wurden drei Meter hohe Wellen und etwa 25 Zentimeter Regen erwartet, in einigen Gebieten auch 38 Zentimeter. In Schulen und Gemeindezentren wurden Notunterkünfte eingerichtet, erste Evakuierungen aus den gefährdeten Gebieten begannen am Nachmittag.

„Bitte nehmen Sie diesen Sturm ernst. Das ist der Ernstfall“, sagte der Direktor des Katastrophenschutzes im Landkreis Hillsborough, Timothy Dudley, auf einer Pressekonferenz. „Dies ist keine Übung.“

Eine Frau deckt sich in Florida mit Wasser und Lebensmitteln ein.

Eine Frau deckt sich in Florida mit Wasser und Lebensmitteln ein.

In Tampa standen die Menschen stundenlang Schlange, um Sandsäcke abzuholen, und kauften Mineralwasser ein. Gouverneur Ron DeSantis rief den landesweiten Notstand aus und warnte, dass „Ian“ zu weitreichenden Stromausfällen führen könnte, wenn er vor der Golfküste des Staates nach Norden zieht.

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„Das ist ein gewaltiger Sturm, der am Ende ein Hurrikan der Kategorie 4 sein könnte“, sagte DeSantis. „Das wird eine riesige Sturmflut verursachen.“

Auch die US-Raumfahrtbehörde Nasa ergriff Vorsichtsmaßnahmen: Sie plante, ihre neue Mondrakete von der Startrampe langsam zu einem Hangar im Kennedy Space Center zu rollen. Damit könnte sich der Testflug der Rakete um weitere Wochen verzögern.

RND/AP

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