Homophobie wahrscheinliches Motiv

Nach Messerangriff in Kiel: Täter sind noch immer auf freiem Fuß

Die Schriftzug «Polizei» leuchtet auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei.

Die Schriftzug „Polizei" leuchtet auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei. (Symbolbild)

Kiel. Nach einem blutigen Überfall in der Kieler Innenstadt mit mehreren Verletzten sind die genauen Hintergründe weiterhin unklar. „Die Ermittlungen bezüglich des Motivs dauern an“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

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Ein möglicher homophober Hintergrund werde weiter geprüft. Zeugen und Geschädigte hatten angegeben, dass die lackierten Fingernägel eines Mannes, der in der Nacht zum Samstag in einer Dreiergruppe unterwegs war, wohl den folgenschweren Streit ausgelöst hatten.

Ermittlungen wegen versuchter Tötung

Laut Polizei gab es aus einer anderen Männergruppe heraus zunächst Beleidigungen. Dann habe bei einer körperlichen Auseinandersetzung mindestens ein Mann mit einem Messer zugestochen. Ein dazugekommener 23-Jähriger, der schlichten wollte, erlitt am Oberkörper eine zunächst lebensbedrohliche Stichverletzung. Mittlerweile sei sein Zustand stabil.

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An der Einmündung zur Langen Reihe am Ziegelteich in Kiel wurden am Sonnabend drei Menschen durch Messerstiche verletzt.

Messerattacke in Kiel: Zeugen bestätigen homophobes Motiv – tiefe Betroffenheit

Nach einer Auseinandersetzung in der Nacht zum Samstag deuten immer mehr Zeugenaussagen auf einen homofeindlichen Hintergrund hin. Wie die Kieler Polizei bestätigt, wird auch in diese Richtung ermittelt. Auslöser für die Messerstecherei sollen die lackierten Fingernägel eines der Opfer gewesen sein.

Zwei Männer aus der angegriffenen Gruppe erlitten an den Armen Schnittverletzungen. Der Dritte aus dem Trio wurde von Schlägen im Gesicht verletzt. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln wegen versuchter Tötung. Die Suche nach den drei oder vier Männern aus der attackierenden Gruppe blieb bisher erfolglos.

Mahnwache am Tatort

An einer Mahnwache am Tatort nahmen laut Polizei am Montagabend 700 Menschen teil. Mittlerweile sagte ein Zeuge, kurz vor dem Überfall sei eine andere Gruppe in der Nähe aggressiv angesprochen worden. Auch hier sei es um Äußerlichkeiten gegangen, in diesem Fall um Kleidung, sagte der Polizeisprecher.

Möglicherweise sei dies von den gleichen Männern ausgegangen, die den Überfall verübt hatten. Diese sollen Mittzwanziger und vermutlich südeuropäischer Herkunft sein. Die Staatsanwaltschaft setzte für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 2000 Euro aus.

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In den letzten Monaten gab es mehrere aufsehenerregende Fälle von Hasskriminalität in Deutschland. So war in Münster ein 25 Jahre alter Transmann am Rande des Christopher Street Days tödlich verletzt worden. In Bremen wurde eine Transfrau (57) in der Straßenbahn von Jugendlichen angegriffen und schwer verletzt.

RND/dpa

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