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Klimawandel lässt Wasser schwinden

Leiche in schrumpfendem See bei Las Vegas entdeckt: War es die Mafia?

In dem Lake Mead See nahe Las Vegas wurden gleich zwei Mal binnen einer Woche menschliche Überreste gefunden.

Las Vegas. Setzt der Klimawandel nun auch der Mafia zu? Das glauben anscheinend manche in der US-Spielermetropole Las Vegas, nachdem in einem nahe gelegenen Wasserreservoir gleich zwei Mal binnen einer Woche menschliche Überreste gefunden worden sind. Der Lake Mead, ein Riesenstausee am Colorado River, war stetig geschrumpft, wegen des Klimawandels und wachsenden Wasserbedarfs der vielen Menschen, die er versorgt. Nun gab er eine verweste Leiche und Skelettteile frei - und damit möglicherweise dunkle Geheimnisse der Mafia, wie manche meinen.

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Sie ist eng mit der Geschichte des Spielerparadieses verwoben: Schließlich wurde der Strip mit seinen schillernden Kasinos von Gangstern begründet. Der Stausee ist gerade mal 30 Autominuten davon entfernt. „Wer weiß, was wir im Lake Mead finden werden“, sagt der frühere Bürgermeister von Las Vegas, Oscar Goodman. „Es ist kein schlechter Ort, eine Leiche loszuwerden.“

Der Mafia-Anwalt

Man könnte sagen, dass er weiß, wovon er spricht: Goodman hat als Rechtsanwalt Mafiosi vertreten, bevor er drei Amtsperioden als Bürgermeister absolvierte - bei öffentlichen Auftritten häufig mit Showgirls am Arm. Zu seinen Klienten zählte Anthony Spilotro, auch bekannt als „Tony the Ant“ (Tony die Ameise), der sich in den 1970ern und 1980ern im Auftrag eines Chicagoer Kartells in Las Vegas betätigte, bis seine mit ihm unzufriedenen Bosse seine Ermordung arrangierten.

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Goodman wollte zwar keine Namen von etwaigen Leuten nennen, die aus dem vom Hoover-Damm geformten See an der Grenze zwischen Nevada und Arizona auftauchen könnten. Aber er sagte, dass viele seiner früheren Klienten an „Klimakontrolle“ interessiert zu sein schienen - in der Mafiasprache ein Begriff dafür, den Wasserspiegel hoch und damit Leichen tief in ihren Wassergrab zu halten.

Aber nun gibt es den Klimawandel, und die Oberfläche des Lake Mead ist seit 1983 um 52 Meter gesunken. Der See, der den Durst von 40 Millionen Menschen in Städten, auf Farmen und anderswo in sieben südwestlichen US-Bundesstaaten stillt, ist auf etwa 30 Prozent seiner Kapazität geschrumpft.

Welche Geheimnisse verbirgt der See?

„Wenn er noch viel weiter sinkt, ist es sehr gut möglich, dass einige weitere interessante Dinge an die Oberfläche kommen“, sagt Michael Green, ein Geschichtsprofessor an der University of Nevada in Las Vegas. Er würde sein Haus nicht darauf verwetten. „dass wir herausfinden, wer Bugsy Siegel getötet hat. Aber ich wäre bereit zu wetten, dass wir auf ein paar weitere Leichen stoßen.“ Siegel war ein berüchtigter Gangster, der 1946 das Kasino Flamingo auf jener Strecke eröffnet hatte, die heute der Strip ist. Er wurde 1947 in Kalifornien ermordet und der Täter nie identifiziert.

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Zuerst hatte der sinkende Spiegel des Reservoirs am 25. April die am höchsten gelegene Vorrichtung zur Trinkwasserentnahme für Las Vegas bloßgelegt. Die zuständigen Stellen waren gezwungen, auf eine tief liegende Vorrichtung umzusteigen, um 2,2 Millionen Einwohner in der Stadt und in Vororten, die Kasinos und 40 Millionen Touristen im Jahr weiter versorgen zu können. Am folgenden Wochenende entdeckten Bootsfahrer die verweste Leiche eines Mannes - in einem verrosteten Fass, das im Schlamm eines jüngst zutage getretenen Uferabschnitts festsaß.

Die Leiche ist bislang nicht identifiziert worden, aber der Polizei zufolge wurde der Mann erschossen - basierend auf den Schuhen, die mit ihm gefunden wurden, vermutlich zwischen Mitte der 1970er Jahre und den frühen 1980ern.

Ein paar Tage später stieß eine Fernsehcrew in der Nähe des ersten Fasses auf ein zweites, das leer war. Am vergangenen Samstag entdeckten dann zwei Schwestern beim Paddeln menschliche Gebeine auf einer Sandbank, ungefähr 14,5 Kilometer von den Fässern entfernt. Anders als beim ersten Fund gab es zunächst keine Hinweise auf eine Gewalttat, so die Polizei am Montag, aber gerichtsmedizinische Untersuchungen dauerten da noch an.

„Aber ein Fass riecht nach einer Mafia-Tat“

Es würden noch mehr Leichen gefunden, prophezeit Geoff Schumacher, Vizepräsident des Mob Museum, einer Einrichtung in Las Vegas, die 2012 als Nationales Museum für organisiertes Verbrechen und Strafverfolgung eröffnete. Er glaube zwar, dass viele von ihnen schlicht beim Schwimmen oder Bootsfahren ertrunken seien. „Aber ein Fass riecht nach einer Mafia-Tat.“

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Er und Green erinnern an den Tod von John Roselli alias „Handsome Johnny“ (schöner Johnny), einem Mafiosi in Las Vegas Mitte der 1950er, der 1976 verschwand und dessen Leiche dann ein paar Tage später gefunden wurde - in einer 208-Liter-Blechtonne vor der Küste von Miami.

Green hofft, dass die Funde die Aufmerksamkeit auf das ernste Wasserproblem lenken, mit denen der US-Westen konfrontiert ist. „Der "Wannenrand" um den See ist groß und wird größer“, sagt er. Aber welche Geschichte sich auch immer aus der Leiche im Fass entwickeln mag, Goodman ist sich sicher, dass sie zur Saga einer Stadt beiträgt, die mit Hilfe von Wasser aus einem See in einer Wüste entstand und zu einem Super-Mekka für Spieler wurde.

„Als ich der Bürgermeister war, hat mich jedes Mal, wenn ich zu einem feierlichen ersten Spatenstich ging, die Furcht geschüttelt, dass jemand entdeckt wird, dem ich vielleicht im Laufe der Jahre begegnet bin“, sagt Goodman. „Wir haben einen sehr interessanten Hintergrund. Es wird bestimmt zum geheimnisvollen Nimbus von Las Vegas beitragen.“

RND/AP

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