Rassismusvorwürfe

Londoner Polizei zwang Hunderte Minderjährige zur Leibesvisitation

Die Londoner Polizei war zuletzt von einer Serie von Skandalen um Rassismus, Sexismus und Frauenfeindlichkeit erschüttert worden. Polizeichefin Cressida Dick war daraufhin im Februar zurückgetreten. (Symbolbild)

Die Londoner Polizei war zuletzt von einer Serie von Skandalen um Rassismus, Sexismus und Frauenfeindlichkeit erschüttert worden. Polizeichefin Cressida Dick war daraufhin im Februar zurückgetreten. (Symbolbild)

Rassismus, Sexismus und Frauenfeindlichkeit: Die Londoner Polizei steht bereits seit längerer Zeit in der Kritik. Nun schockierte sie mit einem neuen Skandal. Wie die englische Kinderbeauftragte Rachel de Souza am Montag mitteilte, sind binnen zweier Jahre mehr als 600 Kinder und Jugendliche von Londoner Polizisten einer Leibesvisitation unterzogen worden.

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58 Prozent der Jungen, die auf diese Weise durchsucht wurden, seien Schwarze, heißt es in der Mitteilung der Kinderbeauftragten, die für den Bericht Daten der Metropolitan Police ausgewertet hatte. De Souza zeigte sich „geschockt, aber leider nicht überrascht“, dass schwarze Minderjährige deutlich überproportional zum Ziel von Leibesvisitationen wurden.

Lehrer oder Eltern nicht dabei

Die Daten hatte De Souza bei der Londoner Polizei eingefordert, nachdem der Fall einer 15-jährigen Schwarzen für Schlagzeilen gesorgt hatte, die fälschlich des Drogenbesitzes verdächtigt wurde und sich vor Polizeibeamtinnen entkleiden musste, obwohl diese wussten, dass sie ihre Periode hatte. Die Eltern waren nicht informiert worden und es waren keine Lehrerinnen dabei. Drogen wurden nicht gefunden.

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In dem Zeitraum zwischen 2018 und 2020 wurden laut des Berichtes insgesamt 650 Minderjährige im Alter zwischen zehn und 17 Jahren einer Leibesvisitation unterzogen. In beinahe einem Viertel der Fälle seien keine Vertrauenspersonen wie Eltern oder Lehrer dabei gewesen.

Kinderschutzbeauftragte sieht „systematisches Problem“

Augenscheinlich gebe es „systemische Probleme beim Kinderschutz“ bei der Londoner Polizei, so De Souza. Die Zahlen der auf diese „zudringliche und traumatisierende“ Weise durchsuchter Minderjähriger seien zudem jedes Jahr stark gestiegen, kritisierte die Kinderschutzbeauftragte.

In einer Reaktion auf den Bericht betonte die Londoner Polizei, es seien bereits Änderungen eingeführt worden, um sicherzustellen, dass Minderjährige bei Leibesvisitationen „angemessen und respektvoll“ behandelt würden.

RND/hof/mit dpa

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