Ärger auf Twitter: Rollstuhlfahrer kann nicht die Bahn nehmen – „kein Mobilitätsservice“

Raul Krauthausen postete seine Wut über den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn bei Twitter.

Raul Krauthausen postete seine Wut über den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn bei Twitter.

Sei es die fehlende Rampe, der kaputte Fahrstuhl oder das Kopfsteinpflaster: Rollstuhlfahrer haben es nicht immer leicht im öffentlichen Verkehr. Auch in der heutigen Zeit werden sie oftmals ausgegrenzt oder haben mit Hindernissen zu kämpfen.

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Doch die Deutsche Bahn setzt dem ganzen nun noch einen obendrauf, wie ein Beitrag bei Twitter zeigt. „Die ursprünglich geplante Bahnfahrt am 20.12.2019 (Berlin–Hannover) ist leider nicht machbar, da die Bahn an diesem Tag aufgrund des hohen Reiseaufkommens den Mobilitätsservice nicht bestätigen konnte“, wird die Bahn von Menschenrechtsaktivist Raul Krauthausen zitiert.

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Heißt im Umkehrschluss: Weil vor Weihnachten viele Menschen mit der Bahn unterwegs sind, wird auf den Mobilitätsservice verzichtet. Krauthausen schreibt weiter: „Ich kotze, DB-Bahn.“ Das Unternehmen schreibt dazu: „Hallo Raul, dass dir niemand den Service bestätigt hat, ist ärgerlich. Der Freitag vor Heiligabend wird nicht nur für unsere mobilitätseingeschränkten Reisenden herausfordernd, sondern für alle, da an diesem Tag das Reisendenaufkommen sehr hoch sein wird. Tut mir sehr leid.“

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Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) teilte die Bahn mittlerweile mit, dass Krauthausen umgehend drei alternative Züge am gleichen Tag angeboten worden seien. Davon habe er eine gebucht und werde nun eine Stunde früher als geplant abfahren. Warum nicht für jede Verbindung der Mobilitätsservice für Rollstuhlfahrer zur Verfügung stehe, erklärt eine Sprecherin so : „Wir haben zu dieser Zeit für diesen Service acht Kollegen vor Ort. Die waren jedoch alle bereits ausgelastet.“

Rund 50 Prozent mehr Hilfeleistungen

Trotzdem finden Nutzer deutliche Worte. So schreibt ein User: „Falsch. ‚Die Bahn versaut es auch nach Jahren erfolgreich wieder, bei erwartbar erhöhtem Reisendenaufkommen die Personaldecke anzupassen. Tut uns leid, dass Sie und alle anderen mit Rollstuhl unserem Betrieb egal sind.‘ wäre die korrekte Antwort.“

Die Bahnsprecherin sagt dazu: „In den Tagen vor Weihnachten reisen besonders viele Menschen. Wir haben unser Personal aufgestockt und versuchen, dem Bedarf nach Mobilitätsservice noch besser gerecht zu werden.“ Bereits in der Vergangenheit wurde das Personal entsprechend der steigenden Zahl an Hilfeleistungen (2015 waren es rund 564.000 Hilfeleistungen, 2018 etwa 850.000) verstärkt. Auch in Zukunft werde stetig daran gearbeitet, den wachsenden Bedarf besser begegnen zu können. Dennoch könne es bei besonders starkem Reiseverkehr zu Engpässen kommen.

Nutzer verzichten auf Reisen mit der Deutschen Bahn

Eine weitere Nutzerin hat trotzdem schon eine Entscheidung getroffen: „Wir nehmen schon lange nicht mehr die Bahn. Wir wären gern umweltfreundlich, aber das Auto ist leider unerlässlich. Nahverkehr mit Rollstuhl geht gut, aber die Bahn ist nicht machbar. Ich kann meine Tochter nicht in den Zug heben.“

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RND/ce


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