Ecuador: Polizei und Militär übernehmen Strafvollzug nach Massaker

Ecuador, Guayaquil: «Keine Toten mehr», steht an einem Plakat am Zaun um die Haftanstalt Guayas N1, in dem es erneut zu Auseinandersetzungen kam.

Ecuador, Guayaquil: «Keine Toten mehr», steht an einem Plakat am Zaun um die Haftanstalt Guayas N1, in dem es erneut zu Auseinandersetzungen kam.

Quito. Als Reaktion auf neue Bandenkämpfe mit fast 70 Toten in einem Gefängnis in Ecuador übernehmen Bundespolizei und Streitkräfte bis auf Weiteres die Kontrolle über die Haftanstalten des südamerikanischen Landes. Das teilte Präsident Guillermo Lasso am Montag nach der Unterzeichnung des „Nationalen Plans zur Krise im Strafvollzug“ mit. Künftig sollen Polizisten und Soldaten innerhalb und außerhalb der Gefängnisse für Ordnung sorgen.

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Am Wochenende waren bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern verfeindeter Gangs in einem Gefängnis in der Nähe der Hafenstadt Guayaquil mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. Rund 1000 Soldaten und Polizisten rückten schließlich in die Haftanstalt ein. Sie sollen dort nun auf unbestimmte Zeit die Kontrolle übernehmen.

Weiteres Massaker schon im September

Erst im September waren in derselben Haftanstalt beim schwersten Massaker in der Geschichte des ecuadorianischen Strafvollzugs 118 Menschen getötet worden. Im Februar waren bei heftigen Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Banden in mehreren Gefängnissen des Landes 79 Menschen getötet worden.

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Wie fast überall in Lateinamerika sind die Gefängnisse in Ecuador überfüllt. Viele Haftanstalten werden von Verbrechersyndikaten kontrolliert. Zahlreiche inhaftierte Gangbosse steuern die Geschäfte ihrer kriminellen Organisationen aus dem Gefängnis heraus.

„Ecuador ist durch den Angriff der Drogenmafia ernsthaft bedroht“, sagte Präsident Lasso. „Sie versucht, die Kontrolle über die Haftanstalten des Landes zu übernehmen, und uns den Frieden und die Ruhe auf den Straßen zu rauben.“

RND/dpa

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