Einmaliges Projekt: Stuttgart will Geräte zum Distanzmessen im Nachtleben testen

Abstand halten: Ein Gerät soll dabei helfen.

Abstand halten: Ein Gerät soll dabei helfen.

Stuttgart. Mit einem neuen Messgerät für Distanzen könnte das Nacht- und Kulturleben bei größeren Menschenmengen künftig deutlich sicherer werden. Das verspricht sich die Stadt Stuttgart, die in einem nach eigenen Angaben deutschlandweit wohl einmaligen Projekt einen sogenannten Distanztracker im Feldversuch über mehrere Monate testen will. Die Tracker in der Größe einer Scheckkarte sollen Besucher warnen, wenn sie einander zu nahekommen, und dabei helfen, enge Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit.

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Es piept oder vibriert

Als Modellprojekt des Landes sei der Tracker gemeinsam mit der Universität des Saarlandes entwickelt worden. Am Donnerstag soll der Gemeinderat der Stadt darüber entscheiden.

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Zielgruppe sei zunächst der Stuttgarter Club- und Kulturbereich, infrage kämen aber auch zum Beispiel Kaufhäuser, sagte der Saarbrücker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr. „Die Besucher erhalten beim Betreten der Location einen Tracker, der zu jedem Zeitpunkt die genaue Position des Besuchers erkennt.“ Ein Echtzeit-Warnsystem piepse oder vibriere bei potenziell gefährlichen Begegnungen. Auch sei nachvollziehbar, welche Menschen sich für wie lange in unmittelbarer Nähe zueinander befunden haben.

Kontakte schnell identifizieren

„Das System hat den Charme, dass man auf einem engen Raum die Leute mit Kontakten schnell identifizieren kann und nicht gleich die ganze Masse der Menschen im Raum in Quarantäne schicken muss“, sagte Lehr. Gesundheitsämter würden bei der Nachverfolgung entlastet und Ressourcen bei Tests oder in Laboren geschont. Sollte der Gemeinderat zustimmen, ist das Projekt laut Stadt auf neun Monate angelegt. Die Stadt will 495.500 Euro investieren.

RND/dpa

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