Ermittler: Todesschütze von Atlanta hatte auch Porno-Filmer im Visier

Blumen liegen vor einem Massagesalon in Atlanta.

Blumen liegen vor einem Massagesalon in Atlanta.

Atlanta. Der mutmaßliche Todesschütze in drei Massagestudios im Großraum Atlanta plante möglicherweise weitere Angriffe. Der 21-Jährige sei nach den tödlichen Schüssen auf sieben Frauen und einen Mann in Richtung Florida gefahren, sagte der Sprecher des Sheriffs in Cherokee Counts, Jay Baker am Mittwoch. Dort habe er es wohl auf „irgendeine Art von Pornoindustrie“ abgesehen gehabt. Sechs der getöteten Frauen waren asiatischer Abstammung.

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Am Dienstagabend (Ortszeit) war zunächst auf fünf Menschen in einem Studio nahe Woodstock geschossen worden, rund 50 Kilometer nördlich von Atlanta, wie Baker sagte. Dabei wurden ein 54-Jähriger und drei Frauen asiatischer Abstammung im Alter zwischen 33 und 49 Jahren getötet, unter ihnen die Geschäftsführerin. Deren Ehemann konnte sich in einem Raum einschließen und blieb unverletzt.

Täter: Habe nicht aus rassistischen Motiven geschossen

Knapp eine Stunde später wurde das schon in Woodstock gesichtete Fahrzeug des Verdächtigen in Atlanta gesehen. Dort erhielt die Polizei einen Notruf wegen eines Raubüberfalls und entdeckte in einem Spa drei tote Frauen. Es seien außerdem Schüsse auf der anderen Straßenseite in einem Spa gemeldet worden. Dort sei eine andere offenbar erschossene Frau gefunden worden. Stunden später wurde der Verdächtige im 240 Kilometer südlich gelegenen Crisp County gestellt und festgenommen - etwa auf halbem Weg zwischen Atlanta und Florida.

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Der Festgenommene handelte nach Angaben der Ermittler alleine. Bei der Festnahme wurde in seinem Auto eine Schusswaffe gefunden. Er sagte aus, er sei sexsüchtig und habe nicht aus rassistischen Motiven geschossen. „Er hat anscheinend ein Problem, was er als Sexsucht betrachtet“, sagte Baker. Die Tatorte betrachte der Mann offenbar als etwas, das es ihm ermögliche, dieser Sucht nachzugeben. „Es ist eine Versuchung für ihn, die er beseitigen wollte“, sagte Baker.

Ob die drei angegriffenen Massagestudios Sexdienstleistungen anboten, wurde nicht mitgeteilt. Der Verdächtige habe sie aber vermutlich zuvor besucht, sagte Sheriff Frank Reynolds. Es gebe Hinweise darauf, dass er nicht aus rassistischen Beweggründen gehandelt habe.

Angehörige der asiatisch-amerikanischen Gemeinde werteten die Taten als Angriff auf sie. „Während die Details der Schusswaffenangriffe noch bekanntwerden, kann der breitere Kontext nicht ignoriert werden“, teilte die Organisation Asian Americans Advancing Justice in Atlanta mit. „Die Schusswaffenangriffe ereigneten sich unter dem Trauma zunehmender Gewalt gegen asiatische Amerikaner im ganzen Land, geschürt von weißer Vorherrschaft und systemischem Rassismus.“ Die Polizei in Atlanta und anderen Großstädten kündigte an, sie werde die Streifen in asiatisch-amerikanischen Gemeinden verstärken.

Biden und Harris sprechen Beileid aus

Präsident Joe Biden nannte den Fall sehr besorgniserregend. „Wir kennen das Motiv noch nicht, aber wir wissen, dass die asiatisch-amerikanische Gemeinschaft heute Abend einen enormen Schmerz fühlt“, sagte er. Vizepräsidentin Kamal Harris sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Der Regierung sei auch klar, wie schockiert und empört die asiatisch-amerikanische Gemeinde sei. „Wir stehen zu Ihnen“, versicherte Harris.

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Es war das sechste Schusswaffenmassaker mit vier oder mehr Toten in diesem Jahr und das opferreichste seit einem Angriff in Dayton im August 2019, bei dem neun Menschen ums Leben kamen.

RND/AP

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