Fünf Jahre Haft im Missbrauchsprozess gegen „Propheten“

Der selbsternannte "Prophet" einer Religionsgemeinschaft beim Prozessauftakt Mitte Juni in einen Saal des Landgerichts Kleve.

Der selbsternannte "Prophet" einer Religionsgemeinschaft beim Prozessauftakt Mitte Juni in einen Saal des Landgerichts Kleve.

Kleve. Im Missbrauchsprozess gegen den selbst ernannten „Propheten“ einer niederländischen Religionsgemeinschaft hat das Landgericht Kleve fünf Jahre Haft verhängt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der heute 59-jährige Religionsführer ein Mädchen aus der Glaubensgemeinschaft im Alter von 13 Jahren entjungfert und danach an unterschiedlichen anderen Orten immer wieder missbraucht hat.

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Zweifel an den Zeugenaussagen der heute 27-jährigen Frau wies das Gericht am Donnerstag ausdrücklich zurück. Sie habe ihre Erlebnisse glaubhaft und widerspruchsfrei vorgetragen, sagte der Vorsitzende. Die Verteidigung des Mannes hatte seit Prozessbeginn den Freispruch des Angeklagten verlangt und kündigte am Donnerstag Revision beim Bundesgerichtshof an.

Razzia im Kloster

Die ganze Anklage stütze sich ausschließlich auf die eine Zeugin, die aber unglaubwürdig sei, sagte die niederländische Anwältin Inez Weski am Donnerstag vor Prozessbeginn. Der 59-jährige saß seit Oktober 2020 in Untersuchungshaft und bleibt auch im Haft, wie das Gericht entschied. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Angeklagten die Unschuldsvermutung.

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Der Fall war im Oktober 2020 bekanntgeworden, weil es Hinweise von außen gab, dass die Frau eingesperrt worden sein könnte. Die Polizei startete eine Razzia in dem Kloster, befreite die Frau und nahm den Niederländer fest.

RND/dpa

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