Haft für Einbrüche in Villa und Mälzer-Lokal: Täter kannten Türcode

Im Prozess um drei spektakuläre Einbrüche, darunter in ein Restaurant von Fernsehkoch Tim Mälzer, hat das Hamburger Landgericht einen Angeklagten zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft.

Im Prozess um drei spektakuläre Einbrüche, darunter in ein Restaurant von Fernsehkoch Tim Mälzer, hat das Hamburger Landgericht einen Angeklagten zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft.

Hamburg. Im Prozess um drei spektakuläre Einbrüche, darunter in ein Restaurant von Fernsehkoch Tim Mälzer, hat das Hamburger Landgericht einen Angeklagten zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft. Ein Mitangeklagter erhielt eine Strafe von einem Jahr und drei Monaten, wie die Gerichtspressestelle am Dienstag mitteilte.

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Der 41 Jahre alte Hauptangeklagte war nach Überzeugung der Strafkammer am 13. August 2019 zusammen mit Komplizen in eine Villa im noblen Stadtteil Winterhude eingedrungen. Die Täter erbeuteten Schmuck, Uhren, Goldbarren und Bargeld im Wert von 717.000 Euro.

Täter wussten, wie lange die Villenbewohner im Urlaub sein würden

Die Einbrecher waren nach Angaben des Gerichts ohne Probleme in die Villa gelangt, weil sie den Türcode kannten. An die Geheimnummer seien sie über eine dritte Person gekommen, die eine Beziehung zur Lebensgefährtin des Villenbesitzers hatte. Ob die Frau dem Mann den Code gegeben hatte oder ob dieser ihn ausgespäht hatte, konnte das Gericht nicht klären. Die Täter hatten zudem gewusst, wie lange die Villenbewohner im Urlaub sein würden. Als sie während des Einbruchs merkten, dass zwei weitere Codes nicht zu Tresoren im Haus passten, verließen sie die Villa wieder. Eine Stunde später kamen sie mit Werkzeug zum Öffnen der Tresore zurück.

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Der angeklagte Deutsche hatte im Prozess erklärt, er habe angenommen, er sei für einen Versicherungsbetrug angeworben worden. Der Einbruch habe nur vorgetäuscht werden sollen. In der Szene sei er als „guter Einbrecher“ bekannt. Wegen dieser Darstellung hatte das Gericht eine Nebenklage des Villenbesitzers zugelassen. Die Kammer habe ein besonderes Bedürfnis auf Rehabilitation gesehen, sagte ein Gerichtssprecher.

Tresor aus dem Restaurant „Bullerei“ gestohlen

Drei Monate nach der Tat war der 41-Jährige zusammen mit Komplizen in das von TV-Koch Mälzer mitbetriebene Restaurant „Bullerei“ eingebrochen. Dabei hatten die Täter einen Tresor mit 28.700 Euro aus dem Lokal im Schanzenviertel gestohlen.

Ein dritter Einbruch in eine Sparkassenfiliale im Stadtteil Harburg war im März vergangenen Jahres gescheitert. Die Polizei hatte einen 60-Jährigen dabei erwischt, als er nachts einen Geldautomaten mit 206.000 Euro Inhalt aufflexte. Der vielfach vorbestrafte 60-Jährige wurde vom Amtsgericht Harburg zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei Monate nach dem versuchten Sparkasseneinbruch wurde der 41-Jährige verhaftet.

Im Prozess hatte der ebenfalls mehrfach vorbestrafte Hauptangeklagte seine Beteiligung an allen drei Taten eingeräumt. Beim versuchten Einbruch in die Sparkassenfiliale sei er aber nur in die Vorbereitungen eingebunden gewesen. Er wurde in zwei Fällen des Diebstahls und in einem Fall des versuchten Diebstahls schuldig gesprochen. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung der Beute in Höhe von 745.700 Euro an, die allerdings weiterhin verschwunden ist.

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Der 40 Jahre alte Mitangeklagte wurde wegen seiner Beteiligung an dem versuchten Sparkasseneinbruch und wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz schuldig gesprochen.

RND/dpa

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