Hand ab bei Karl Marx: Denkmal schwer beschädigt – erfolglose Tätersuche

Die rechte Hand fehlt dem Denkmal von Karl Marx. Unbekannte haben das Denkmal des Gesellschaftstheoretikers Karl Marx (1818-1883) in Neubrandenburg schwer beschädigt. Wie ein Polizeisprecher am Samstag sagte, verlor die etwa 2,20 Meter hohe Bronzefigur die rechte Hand.

Neubrandenburg. Unbekannte haben ein Denkmal des Philosophen Karl Marx (1818-1883) in Neubrandenburg schwer beschädigt. Wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte, wurde der etwa 2,20 Meter hohen Bronzefigur ein Teil des rechten Unterarms und die Hand abgetrennt. Die Suche nach dem gestohlenen Stück Bronze blieb bisher erfolglos. „Es sieht sehr nach Vandalismus aus“, sagte Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Vermutlich wurde das Metall mit einem Trennschleifer durchschnitten, denn an mehreren Stellen sind Spuren des Funkenflugs zu sehen.

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Suche nach dem fehlenden Bronzestück

Witt verurteilte die Tat. Zuvor hatte er sich das verstümmelte Denkmal am Schwanenteich der Stadt angeschaut. Am Sonntag gingen Passanten kopfschüttelnd an der Statue vorbei und die meisten schimpften über den Frevel. Wann sich die Tat genau ereignete, ist noch unklar - vermutlich geschah sie in der Nacht zu Samstag. Die Polizei ermittelt bisher wegen Sachbeschädigung. Es soll auch in dem benachbarten Teich nach dem fehlenden Bronzestück gesucht werden. Der Staatsschutz prüfe einen politischen Hintergrund, hieß es.

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Das Auftragswerk des Berliner Bildhauers Gerhard Thieme (1928-2018) ist seit 1969 in Neubrandenburg. Es stand von 1969 bis nach 1990 auf dem Marktplatz, dem damaligen Karl-Marx-Platz, der nach dem Ende der DDR wieder in Markt umbenannt wurde. Die Marx-Statue wurde nach 1990 erst an einen anderen Platz gestellt und später über Jahre in einem Depot eingelagert.

Erst nach jahrelangem Streit über den Umgang mit dem Begründer der DDR-Staatsphilosophie Marxismus-Leninismus fand die Statue 2018 am Schwanenteich außerhalb des ringförmigen Stadtzentrums in dem kleinen Park wieder einen Platz. Dieser liegt am eigentlich rege befahrenen Stadtring, dem Friedrich-Engels-Ring. 2020 hatte es einen Anschlag mit roter Farbe auf die übermannshohe Figur gegeben, danach wurde das Denkmal auch mit Wachs beschmutzt. Beides konnte bisher nicht aufgeklärt werden.

RND/dpa

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