Weihnachtsgeschenk für La Palma: Vulkanausbruch soll für beendet erklärt werden

Der Vulkan auf La Palma verstummte am Montagabend vergangener Woche.

Der Vulkan auf La Palma verstummte am Montagabend vergangener Woche.

„Es gibt noch Leute, die sich fragen, ob das definitiv ist, ob das wirklich ganz sicher ist“, erzählt Juan Carlos Pérez aus La Palma. „Manche sind misstrauisch und glauben, dass der Vulkan noch einmal ausbrechen könnte. Aber das wäre ein Ereignis niedrigster Wahrscheinlichkeit, sehr ungewöhnlich.“ Also kein Grund zur Panik mehr. „Jetzt ist ein guter Moment, sich zu freuen“, sagt Pérez. Die allermeisten Menschen freuen sich auch. „Du merkst es auf den Straßen. Hier war eine Spannung in der Luft – außer der Asche und dem Schwefelgeruch. Jetzt spürst du, dass die Menschen wie befreit sind.“

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Vulkanausbruch soll am 25. Dezember für beendet erklärt werden

Am Montagabend vergangener Woche hat sich der immer noch namenlose Vulkan von La Palma zur Ruhe gesetzt. Er spuckt keine Lava und keine Asche und fast kein Schwefeldioxid mehr aus, und die Erde bebt nicht mehr. Weil die Vulkanologen aus Erfahrung vorsichtige Menschen sind, will die zuständige Behörde noch bis zum ersten Weihnachtstag warten, um den Vulkan offiziell für erloschen zu erklären. „Die Insel war in einer Art von Krieg“, sagt Peréz, der Verwaltungsdirektor des astronomischen Observatoriums Roque de los Muchachos auf La Palma. Der Krieg ist jetzt vorbei. Auch Pérez‘ Teleskope, die trotz ihrer Lage auf mehr als 2000 Meter Höhe, weit weg vom Vulkan, von dessen Asche berieselt wurden, funktionieren wieder.

„Das Schweigen des Vulkans ist das beste Weihnachtsgeschenk, was ich seit Jahrzehnten bekommen habe!“, ruft Rüdiger Wastl aus. Wastl, der in Blickweite des Vulkans ein feines Restaurant betreibt, das Franchipani, verlor sein Haus und alles was darinnen war, gleich am ersten Tag, dem 19. September. Er und seine Familie haben harte Monate hinter sich. Jetzt geht es langsam aufwärts. Ein wenig nachdenklicher sagt Wastl, der aus Dietzenbach in der Gegend von Offenbach stammt: „Das größte Geschenk haben wir eigentlich schon bekommen: dass doch irgendwie alles relativ glimpflich abging. Man hat so diese Riesenlasten von der Schulter.“

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Diese Bilder gehören wohl der Vergangenheit an: Der Vulkanausbruch auf La Palma wird bald für beendet erklärt.

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Rüdiger Wastl: „Das Wichtigste, was man hat, ist nicht das, was man besitzt“

Relativ glimpflich heißt: Sie leben alle noch, Vater, Mutter und Kind, und sie haben sich wieder ein Haus mieten können, nicht weit weg von ihrem Restaurant. Das Leben kann weitergehen, das Leben wird weitergehen. Jetzt wird erst einmal Weihnachten gefeiert. Sein Restaurant lässt Wastl bis zum 6. Januar geschlossen, was er gewöhnlich nicht tut. „Wir wollen die Weihnacht mit unserem Sohn verbringen. Man hat doch einfach gemerkt in dieser Zeit: Das Wichtigste, was man hat, ist nicht das, was man besitzt, sondern die Menschen, mit denen man zusammenlebt. Die Familie und die Freunde. Das klingt so abgedroschen. Aber nach einer solchen Katastrophe spürst du es so klar wie nie: dass es tatsächlich das Wichtigste ist, was man sich vorstellen kann.“

Selbst, wem das Weihnachtsfest eher weniger am Herzen liegt, der trifft sich in diesen Tagen mit anderen, um Erfahrungen und Zukunftspläne auszutauschen. „Ich mache Filetsteaks für ein paar Freunde“, erzählt Thomas Klaffke. Der Wilhelmshavener möchte gern in sein Haus in La Bombilla zurückkehren, das von der Lava verschont wurde, aber weiter im Sperrgebiet liegt, weil hier die Kohlendioxid- und Kohlenmonoxidwerte immer noch gefährlich hoch sind. „Wird wohl Mitte Januar werden. Wenn man nichts machen kann, kann man nichts machen“, sagt Klaffke, der ein heiteres Naturell hat. „Erst Corona, dann der Vulkan. Was soll denn jetzt noch passieren? Mehr geht nicht. Es kann jetzt nur noch besser werden.“

So denken viele auf La Palma. Juan Carlos Pérez wird sich zum Familienessen „in einem recht schönen Landhaus“ auf der Insel treffen, „mit dem Antigentest in der Hand“. Der Vulkan schweigt, das Virus nicht. „Wir werden viel über den Vulkan reden und über den Wiederaufbau der Insel“, sagt Pérez. „Und dann kann man eine gute La-Palma-Zigarre rauchen. Hier werden sehr gute Zigarren gemacht. Und rund um eine gute Zigarre werden bestimmt gute Ideen aufkommen.“ Das wird seit langem der beste Moment sein, sich zu freuen.

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