Warum der Vulkanausbruch auf La Palma wohl vorbei ist – und wann das Ende offiziell wird

Kleinere Rauchwolken hängen über einer eruptiven Öffnungen des Vulkans auf La Palma.

Kleinere Rauchwolken hängen über einer eruptiven Öffnungen des Vulkans auf La Palma.

Es ist Ruhe eingekehrt auf der Kanareninsel La Palma. Der Vulkan im Cumbre Vieja, der vor über drei Monaten ausgebrochen war, spuckt seit einer Woche keine Lava mehr. Nur noch selten kommt es zu Gasaustritten und kleineren, kaum spürbaren, Erdbeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vulkan noch einmal ausbricht, ist laut Expertinnen und Experten gering. Wann wird der Ausbruch aber offiziell als beendet erklärt?

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„Das entscheiden die Behörden vor Ort“, sagt Vulkanexperte Andreas Klügel von der Universität Bremen, Fachbereich Geowissenschaften, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Montag. Ob das noch vor Weihnachten geschieht, kann der Wissenschaftler nicht sagen. Die Behörden seien sehr vorsichtig. „Eine offizielle Erklärung des Ausbruchsendes würde auch bedeuten, dass die Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Das Risiko ist gering, aber ganz ausschließen kann man einen erneuten Ausbruch nicht“, erklärt Klügel und verweist auf den letzten Ausbruch im Jahr 1949. Damals hätte es ebenfalls eine längere Ruhephase gegeben, nach der der Vulkan erneut ausbrach.

Tremor deutet auf Ende des Ausbruchs hin

Dass es nach drei Monaten wohl nun endgültig vorbei ist, zeigt laut Klügel der Tremor. Als Tremor wird eine besondere Art vulkanisch bedingter Erdbeben bezeichnet. „Das ist ein konstantes seismisches Signal, das auf einen Magmafluss in der Tiefe hindeutet. Das ist wie ein Summen. Dieser Tremor ist nun fast auf null. Es gibt also so gut wie keinen Magmafluss unter der Insel mehr“, sagt der Experte. Das heiße nicht, dass dieser nicht wieder ansteigen könne. „Aber umso länger man wartet, desto unwahrscheinlicher wird es.“

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Der Vulkanexperte Andreas Klügler von der Uni Bremen bei einem seiner Besuche auf La Palma.

Der Vulkanexperte Andreas Klügler von der Uni Bremen bei einem seiner Besuche auf La Palma.

Klügel, der Mitte Oktober selbst für Forschungszwecke auf La Palma war, ist gut vernetzt. In einem Blog habe er gelesen, dass die Behörden offenbar noch ein paar Tage warten wollen, bis sie den Ausbruch für beendet erklären. „Wie das aber genau gehandhabt wird, lässt sich nur spekulieren. Das passiert alles in enger Absprache mit dem Krisenstab“, sagt Klügel, der mit auf das bevorstehende Weihnachtsfest die Daumen drückt: „Ich wünsche es den Menschen auf der Insel, dass es das nun gewesen ist.“

Fast 2900 Gebäude zerstört

Seit dem Ausbruch des Vulkans am 19. September hat die bis zu 1300 Grad heiße Lava nach der jüngsten amtlichen Bilanz fast 2900 Gebäude völlig zerstört. Zuletzt waren knapp 1200 Hektar von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht fast 1700 Fußballfeldern oder ca. 1,7 Prozent des Inselterritoriums. Mehr als 7000 Bewohnerinnen und Bewohner mussten seit Ausbruch des Vulkans evakuiert werden.

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Schwer betroffen war vor allem der für die Insel immens wichtige Bananenanbau, von dem etwa die Hälfte der etwa 85.000 Einwohnerinnen und Einwohner direkt oder indirekt lebt und der sich schon vor dem Vulkanausbruch in der Krise befand. Auch der Tourismussektor beklagt Verluste. Den finanziellen Gesamtschaden schätzte Regionalpräsident Torres vor einiger Zeit auf rund 700 Millionen Euro. Das ist fast die Hälfte des jährlichen Volkseinkommens der Insel (ca. 1,6 Milliarden Euro).

RND mit dpa

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