Messerstecher von Würzburg: Die Suche nach dem Motiv geht weiter

Trauerkerzen und Blumen liegen vor dem Kaufhaus in der Innenstadt Würzburgs, in dem ein Mann Menschen mit einem Messer attackiert hatte.

Trauerkerzen und Blumen liegen vor dem Kaufhaus in der Innenstadt Würzburgs, in dem ein Mann Menschen mit einem Messer attackiert hatte.

Würzburg. Die Polizei sucht weiterhin nach dem Motiv für die tödliche Messerattacke eines Mannes in Würzburg. Zwischenergebnisse will sie offenkundig nicht veröffentlichen, sondern die Beweise in ihrer Gesamtheit bewerten und dann schlussfolgern: War es ein islamistischer Anschlag? Oder die Tat eines psychisch Verwirrten oder gar Kranken? Oder vielleicht auch beides?

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Der Somalier stach am Freitagnachmittag in der Würzburger Innenstadt auf Menschen ein, die er wohl gar nicht kannte. Drei Frauen starben, sieben Menschen wurden verletzt, darunter ein elfjähriges Mädchen. Der 24-Jährige wurde mit einem Polizeischuss gestoppt. Er sitzt in Untersuchungshaft - wegen dreifachen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung sowie vorsätzlicher Körperverletzung.

Gegen den Täter wurde schon mal ermittelt

Wie am Montag bekannt wurde, war gegen den Mann bereits einmal wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt worden: Zwischen 2015 und 2019 lebte er in Sachsen und geriet dort ins Visier der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Grund: eine Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft. Die Ermittlungen waren dann eingestellt worden.

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Wie Clips im Internet vom Tattag in Würzburg zeigen, versuchten Passanten, den Messerstecher aufzuhalten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will diese couragierten Bürger mit der Bayerischen Rettungsmedaille auszeichnen.

Söder über couragierte Bürger: „Ist schon eine tolle Leistung“

„Man muss sich die Situation noch mal vorstellen. Da läuft jemand rum mit einem Messer, sticht Menschen ab, und Leute kommen mit einem Stuhl oder einem Besenstil und verhindern Schlimmeres, retten Leben und treiben den dann auch so in die Enge, dass am Ende die Polizei auch schnell zugreifen konnte“, sagte Söder der Zeitung „Welt“ (Dienstag). „Ist schon eine tolle Leistung.“

Experten untersuchen und bewerten derweil die gesicherten Gegenstände, die in der Würzburger Obdachlosenunterkunft des Täters gefunden worden waren. Darunter sind auch zwei Handys. „Wir gehen davon aus, dass sie ihm gehören“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in München. Wann erste Ermittlungsergebnisse präsentiert werden können, ist ungewiss.

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Täter war womöglich geistig verwirrt oder psychisch krank

Womöglich war der Täter geistig verwirrt oder ist psychisch krank, wie Ermittler seit der Attacke immer wieder zu bedenken geben. Es wird aber auch geprüft, ob islamistische Einstellungen zur Tat beigetragen haben könnten. Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Sonntagabend im „Bild live“-Talk „Die richtigen Fragen“: „Es spricht sehr viel angesichts dessen, was wir aufgefunden haben, dafür, dass es sich um eine islamistisch motivierte Tat handeln könnte.“

Der Weiße Ring zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern kündigte an, den Opfern und Angehörigen zur Seite stehen zu wollen, und startete einen Spendenaufruf. „Niemand sollte nach so einer traumatischen Erfahrung allein bleiben“, sagte der Landesvorsitzende Bayern-Nord des Vereins, Josef Wittmann. Er forderte die Öffentlichkeit auf, den Blick vor allem auf die Opfer zu richten und nicht auf den Täter.

RND/dpa

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