Münchner Univizepräsident: Für 64.000 Euro mit dem Taxi zur Arbeit gefahren

Das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

München. 64.000 Euro – das ist deutlich mehr als das durchschnittliche Jahresgehalt eines Arbeitnehmers in Deutschland. Dafür kann man sich in München einen schönen Garagenstellplatz kaufen und in, sagen wir, Dessau ein sanierungsbedürftiges Haus. Knackt man bei Günther Jauch die 64.000-Euro-Frage, ist eine lange und luxuriöse Weltreise drin, nach Corona.

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Für 64.000 Euro lässt es sich auch Taxi fahren, zehn Jahre lang, regelmäßig 90 Kilometer vom Arbeitsplatz zum Wohnort. Genau so hat es ein Vizepräsident der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) praktiziert. Und sich die Kosten dafür sämtlich erstatten lassen. Das sorgt nun in München für heftigen Wirbel.

Diese Form der kreativen Verwendung von Steuergeld hat der Bayerische Oberste Rechnungshof schon in diesem Sommer bei Prüfungen des Finanzgebarens entdeckt und auf Anfragen bestätigt. Nun hat sich die Landesanwaltschaft Bayern eingeschaltet. Die Behörde, die sich um mögliche Vergehen von Staatsbediensteten kümmert, teilte auf Anfrage mit, sie habe in der Causa „wegen des Verdachts eines Dienstvergehens ein Disziplinarverfahren eingeleitet“ gegen das Präsidiumsmitglied.

„Da wird gemauert“

Die LMU ist mit knapp 52.000 Studierenden Deutschlands größte Präsenzuni. Das sechsköpfige Präsidium lenkt und leitet die Geschicke der Universität mit Exzellenzstatus – eine große Aufgabe. Die örtliche Presse fordert den Vize zum Rücktritt auf, das verschwenderische Verhalten sei unwürdig für Bayerns renommierteste Hochschule. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Verena Osygen will das Thema in den Wissenschaftsausschuss bringen. Und der FDP-Bildungspolitiker Wolfgang Heubisch hat den Eindruck: „Da wird gemauert.“

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Bis die Affäre juristisch geklärt ist, kann es dauern. Laut Landesanwaltschaft hat der Vize nun erst einmal Gelegenheit zu einer ersten Stellungnahme. Diese wird nicht vor Ende Januar 2021 erwartet. Die Universität wiederum duckt sich weg. Eine Anfrage an den Präsidenten, den Volkswirtschaftsprofessor Bernd Huber, wie er zu dem Fall steht, blieb unbeantwortet.

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