Radikaler Kampf für Tiere: Tierschutzorganisation Peta wird 40 und ist aktiver denn je

Peta-Protest auf der Fashion Week: Unterstützer der Tierrechtsorganisation Peta demonstrierten gegen die Verwendung von Pelz, Leder und Wolle.

Peta-Protest auf der Fashion Week: Unterstützer der Tierrechtsorganisation Peta demonstrierten gegen die Verwendung von Pelz, Leder und Wolle.

Aus Ingrid Newkirks Leber soll eines Tages Foie Gras hergestellt werden – wie aus der Leber von dafür gezüchteten Gänsen für die Delikatesse in Frankreich. Ihre Beine möchte sie als Schirmständer benutzt wissen – wie auch Elefantenfüße manchmal umfunktioniert werden. Und ihr Fleisch will Newkirk öffentlich auf einem Grill braten lassen – wie überall auf der Welt täglich Rinder- oder Schweinesteaks auf dem Tisch landen.

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Nur, so sagt die Tierschutzaktivistin, gebe es einen Unterschied: „Ich mache das freiwillig.“ Die Verwendung ihres Körpers nach dem Tod hat die Britin in ihrem Testament festschreiben lassen. Der Protest der 71-Jährigen soll weit über ihren Tod hinausgehen. Dabei bestimmt er bereits seit vier Jahrzehnten ihr Leben. Ingrid Newkirk ist Mitbegründerin und Chefin von Peta (People for the Ethi­cal Treatment of Animals). Die internationale Tierrechtsorganisation feiert dieses Jahr ihren 40. Geburtstag.

Peta-Chefin Ingrid Newkirk bei einem Autoprotest.

Peta-Chefin Ingrid Newkirk bei einem Autoprotest.

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Keine Tierschutzgruppe sorgte für mehr Aufsehen

Kaum eine Gruppe sorgte für mehr Aufsehen, wenn es um den Tierschutz geht. Da übergossen sich Aktivisten mit Kunstblut oder beschmierten damit Geschäfte und Designerklamotten. Da ließen sich Tierrechtler in Käfige sperren oder legten sich symbolisch ins Feuer. Es wurden Schockvideos veröffentlicht wie etwa jener Clip, in dem Fotos von geschlachteten Kühen, Hühnern und Lämmern gezeigt werden, während im Hintergrund ein Kinderchor „Old MacDonald Had a Farm“ singt. Manchen Bürgern gingen die Aktionen zu weit, während Newkirk findet, sie hätten noch mehr davon machen müssen. Für sie können Kampagnen kaum radikal genug sein, um die Gleichsetzung von Tieren und Menschen zu fordern.

Unterstützung erhält Peta oft von Prominenten, die sich nackt ablichten lassen. So haben sich über die Jahre die Schauspieler Eva Mendes, Pamela Anderson und Alec Baldwin für die Rechte von Tieren genauso ausgezogen wie die Sängerin Pink und die Band Die Toten Hosen, der Ex-Basketballstar Dennis Rodman oder die Models Christy Turlington und Tyra Banks. Jahrelang entledigten sich Celebritys aus aller Welt ihrer Kleider, um die wohl berühmteste Kampagne der Tierschutzorganisation Peta zu unterstützen: „Lieber nackt als im Pelz“. Mit Erfolg. Während es früher laut Newkirk „der Traum eines jeden Mädchens“ war, einen Pelzmantel zu tragen, gibt es heute kaum noch jemanden, der echtes Fell trägt.

Die Elektropopmusiker von Mia kämpfen mit Peta gegen Pelz.

Die Elektropopmusiker von Mia kämpfen mit Peta gegen Pelz.

Sängerin Leslie Clio als „Pflanzenfresserin“ auf einem Peta-Motiv.

Sängerin Leslie Clio als „Pflanzenfresserin“ auf einem Peta-Motiv.

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Pelzschlacht scheint geschlagen

Die Schlacht scheint geschlagen, Peta widmet sich heute mehr dem Engagement gegen die Leder- und Wollindustrie. „Die Zukunft der Mode liegt in Alternativen wie Apfel- oder Ananasleder“, sagt Newkirk. Der Markt bewege sich, auch hinsichtlich anderer Materialien wie beispielsweise recyceltem Plastik, das statt Baumwolle zur Produktion von Kleidung genutzt wird. Ne­ben dem Kampf gegen Massentierhaltung oder die Robbenjagd, Rodeo und Stierkämpfe setzt sich die Organisation vor allem für eine vegane Lebensweise ein. Der Zeitgeist spielt Peta dabei in die Hände.

Nicht nur, dass in vielen Ländern der Trend in Richtung Biolebensmittel und vegane Ernährung geht. Auch der Fokus auf das Thema Klimawandel helfe den Aktivisten, so Newkirk. „Naturschutz und Tierrechte sind eng miteinander verbunden.“ So werde der Lebensraum von Tieren zerstört, bei Waldbränden, Abholzungen oder durch die Erderwärmung. Es gebe noch sehr viel zu tun, sagt die Britin. „Alle Lebewesen sollten verbunden sein, nicht klassifiziert werden.“ Das Ziel der Organisation sei bis heute dasselbe: „Wir wollen die Augen, Herzen und Gedanken der Menschen öffnen.“ Auch wenn es dafür manchmal blutige Bilder und nackte Aktivisten benötigt – oder gar eines Tages Ingrid Newkirks Leichnam.

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