Polizei zu Messerangriff in ICE: Tatverdächtiger offenbar psychisch beeinträchtigt

Zahlreiche Rettungskräfte sind am Bahnhof im bayerischen Seubersdorf im Einsatz und bringen Bahnreisende weg. In einem ICE zwischen Regensburg und Nürnberg hatte es am Samstag eine Messerattacke mit mehreren Verletzten gegeben.

Zahlreiche Rettungskräfte sind am Bahnhof im bayerischen Seubersdorf im Einsatz und bringen Bahnreisende weg. In einem ICE zwischen Regensburg und Nürnberg hatte es am Samstag eine Messerattacke mit mehreren Verletzten gegeben.

Seubersdorf. Nach dem Messerangriff am Samstag in einem ICE in Bayern haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag über den ersten Stand der Ermittlungen informiert. „Die Motivlage ist weiter unklar“, teilte Polizeipräsident Norbert Zink bei einer Pressekonferenz in Neumarkt in der Oberpfalz mit. Beim Tatverdächtigen deute aber vieles auf eine psychische Beeinträchtigung hin.

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Beim Festgenommenen soll es sich um einen 27-jährigen Syrer handeln, der 2014 nach Deutschland gekommen war. Dieser soll „unvermittelt und offenbar wahllos“ im ICE 928 von Passau nach Hamburg auf der Strecke zwischen Regensburg und Seubersdorf mehrere Menschen in zwei Waggons angegriffen haben. Dabei seien vier Männer verletzt worden, so Vizepolizeipräsident Thomas Schöninger. Als Tatwaffe sei ein zusammenklappbares Messer mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern sichergestellt worden.

Keine Anhaltspunkte für islamistisch motivierte Tat

Schöninger berichtete, dass der Tatverdächtige mit diesem zunächst einen 26-Jährigen schwer am Kopf verletzt haben soll. Danach soll er zwei 60-Jährigen Schnittwunden zugefügt haben, ehe er offenbar den Waggon wechselte und dort auf einen 39-Jährigen einstach. Die beiden jüngeren Männer seien noch immer im Krankenhaus.

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Zur Tat gebe es „keine Anhaltspunkte für einen islamistischen Hintergrund“, sagte Kriminaldirektorin Sabine Nagel. Zudem seien bislang keine Hinweise aufgetaucht, dass der 27-jährige Tatverdächtige Mittäter oder Mitwisser hatte. Ein Gutachter gehe davon aus, dass der Mann unter einer „paranoiden Schizophrenie“ leide und wahnhafte Vorstellungen habe, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Neuhof. Die Staatsanwaltschaft beantragte, den mutmaßlichen Täter in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen.

Polizeipräsident: „Wir sind alle erschüttert über den schrecklichen Messerangriff“

„Wir sind alle erschüttert über den schrecklichen Messerangriff“, so der Polizeipräsident. Er dankte den Reisenden, „die versucht haben, den Tatverdächtigen von weiteren Aktionen abzuhalten“. Der 2014 nach Deutschland eingereiste Verdächtige, der in Syrien geboren wurde, hatte nach Informationen der Polizei einen Tag vor der Tat seine Arbeitsstelle verloren.

Kurz nach 9 Uhr waren am Samstag Notrufe bei Polizei und Rettungsdiensten eingegangen. Der ICE hatte auf halbem Weg zwischen Regensburg und Nürnberg außerplanmäßig an dem kleinen Bahnhof Seubersdorf nahe Neumarkt in der Oberpfalz gehalten. Weil die Lage zunächst völlig unklar war, rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an und räumte den Zug. Etwa 200 Fahrgäste wurden laut Rotem Kreuz bis zum späten Nachmittag in einem Gasthaussaal betreut und verpflegt. Die ICE-Strecke zwischen Regensburg und Nürnberg wurde erst am Abend wieder freigegeben.

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RND/jst/dpa

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