Schottland bietet Tampons und Binden bald kostenlos an

Eine Selbstverständlichkeit? In Schottland zahlt der Staat nun die Kosten für Tampons und Binden - und ermöglicht so die kostenfreie Nutzung.

Eine Selbstverständlichkeit? In Schottland zahlt der Staat nun die Kosten für Tampons und Binden - und ermöglicht so die kostenfreie Nutzung.

Das schottischen Parlament hat beschlossen, Binden und Tampons künftig kostenlos für alle Frauen im Land zur Verfügung zu stellen. An öffentlichen Orten wie Gemeindezentren, Jugendclubs oder Apotheken sollen Tampons und Binden kostenlos erhältlich sein, wie die BBC berichtet. Schottland würde damit zum weltweiten Vorreiter – denn bisher wurde oftmals lediglich die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Damenhygieneartikel diskutiert.

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Das Programm kostet jährlich 24 Millionen Pfund

Bei der Abstimmung stimmten 112 Abgeordnete dafür, keiner dagegen und es gab eine Enthaltung. Nun muss das Gesetz noch die zweite Stufe durchlaufen, in der es auch Änderungsanträge geben kann. Das Programm soll jährlich etwa 24 Millionen Pfund kosten. Ziel des Programms ist, allen Frauen und Mädchen in Schottland ein Recht auf kostenfreie Tampons und Binden zu verschaffen – und das unabhängig von ihrem Einkommen.

Im Vereinigten Königreich beträgt die Steuer auf Damenhygieneartikel 5 Prozent – bereits 2016 hatte die Regierung laut “Süddeutsche Zeitung” angekündigt, diese abzuschaffen. Passiert ist bisher jedoch nichts.

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Monica Lennon (r.) mit Demonstrantinnen vor dem schottischen Parlament.

Monica Lennon (r.) mit Demonstrantinnen vor dem schottischen Parlament.

Laut Politikerin Monica Lennon (SLP) handele es sich um “einen Meilenstein auf dem Weg dahin, die Menstruation in Schottland zu normalisieren”. Die Regionalabgeordnete des schottischen Parlaments findet es wichtig, zu zeigen, “wie ernst das Parlament die Gleichheit der Geschlechter nimmt”. Auch ihre Kollegin Alison Johnstone positioniert sich klar: Es sei “weder gleichberechtigt noch fair”, jemanden für eine natürliche Körperfunktion finanziell zu bestrafen.

Jedes zehnte Mädchen kann sich keine Binden oder Tampons leisten

Einer Umfrage des Kinderhilfswerks Plan International zufolge konnte sich jedes zehnte Mädchen im Vereinigten Königreich 2017 keine Binden, Tampons oder Menstruationstassen leisten.

In Deutschland gilt seit Anfang des Jahres für Binden und Tampons der Mehrwertsteuersatz für Güter des täglichen Gebrauchs: 7 anstatt 19 Prozent. In der Schweiz stehen Bundes- und Nationalrat hinter einer Senkung von 2,7 auf 2,5 Prozent.

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RND/ros mit dpa

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