Staatsanwältin: Getöteter schwarzer Jogger Ahmaud Arbery stellte keine Gefahr dar

Eine Szene aus einem Handyvideo, kurz nachdem auf Ahmaud Arbery geschossen wurde.

Eine Szene aus einem Handyvideo, kurz nachdem auf Ahmaud Arbery geschossen wurde.

Brunswick. Die drei weißen Männer, die im US-Staat Georgia wegen Ermordung des Schwarzen Ahmaud Arbery angeklagt sind, können sich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft nicht auf Selbstverteidigung berufen. Die Angeklagten seien es gewesen, die eine Konfrontation mit dem 25-jährigen Arbery im Februar 2020 provoziert hätten, erklärte Staatsanwältin Linda Dunikoski am Dienstag in ihrem Schlussplädoyer. Die Angeklagten hatten ausgesagt, sie hätten Arbery für einen Einbrecher gehalten.

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„Man kann sich nicht auf Selbstverteidigung berufen, wenn man der ungerechtfertigte Angreifer ist“, sagte Dunikoski. „Wer hat angefangen? Es war nicht Ahmaud Arbery.“ Staatsanwälte und Verteidiger verbrachten am Montag Stunden damit, ihre Schlussplädoyers zu halten, die sich bis in den zweiten Tag hinzogen. Nach dem Abschluss des Plädoyers der Staatsanwaltschaft gab Richter Timothy Walmsley den mehrheitlich weißen Geschworenen Anweisungen zur Anwendung des Gesetzes, bevor sie im Gerichtsgebäude von Glynn County in der Hafenstadt Brunswick ihre Beratungen aufnahmen.

Handyvideo von Ahmaud Arberys Tod löste Proteste aus

Arberys gewaltsamer Tod in der Stadt Brunswick am 23. Februar 2020 war zunächst nicht strafrechtlich verfolgt worden und hatte auch in der Öffentlichkeit keine Aufmerksamkeit erregt. Erst als nach mehr als zwei Monaten ein Handy-Video online auftauchte, in dem zu sehen war, wie Arbery mit drei Schüssen aus einem Schrotgewehr getötet wurde, übernahm die Staatspolizei Georgias den Fall von der kommunalen Polizei. Kriminalpolizisten verhafteten zwei Verdächtige - Vater und Sohn - am nächsten Tag. Der dritte, ein Nachbar, der die Tötung Arberys mit seinem Handy filmte, wurde zwei Wochen später verhaftet. Allen drei Angeklagten wird unter anderem Mord zur Last gelegt.

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Vater und Sohn haben angegeben, sie hätten Arbery für einen Einbrecher gehalten, der einige Zeit davor von einer Überwachungskamera erfasst worden sei. Der Vater erklärte zudem, der Jogger habe seinen Sohn attackiert, ehe er erschossen worden sei. Daher habe sein Sohn in Notwehr gehandelt.

Staatsanwältin Dunikoski sagte am Dienstag, die Angeklagten hätten Arbery mit ihren Autos bedroht und eine Schrotflinte auf ihn gerichtet, bevor es zur letzten Konfrontation kam. Dabei habe Arbery zugeschlagen und nach der Waffe gegriffen. Es gebe keine Beweise dafür, dass Arbery in der Nachbarschaft der Angeklagten Straftaten begangen habe. Die Verteidiger argumentierten in ihren Schlussplädoyers, Vater und Sohn hätten eine zivile Festnahme durchführen wollen, als sie Arbery verfolgten.

RND/AP

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