Schneechaos in Hessen und Bayern: Autobahnen über Stunden blockiert

Lastwagen stehen auf der verschneiten Autobahn 3 bei Idstein.

Wiesbaden. Schneefälle haben in der Nacht zu Samstag in Hessen zu Verkehrsbehinderungen und Unfällen geführt. Auf den Autobahnen 3 und 5 kam der Verkehr zeitweise komplett zum Erliegen. Die Polizei sperrte nach eigenen Angaben die A3 zwischen dem Wiesbadener Kreuz und der Anschlussstelle Limburg Süd für fast fünf Stunden in beide Richtungen komplett ab. Dort hatten sich Lastwagen auf der glatten Straße quergestellt. Räumfahrzeuge kamen nicht durch. Autofahrer standen im Stau.

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Bis zum späten Vormittag gab es auf der vielbefahrenen Strecke erhebliche Verkehrsbehinderungen, weil Autos und Lastwagen mit leeren Batterien liegenblieben, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei in Wiesbaden sagte. Bei Bad Camberg staute sich der Verkehr auf mehr als acht Kilometer.

Nach Angaben der Polizei in Gießen kam auf der A5 der Verkehr zwischen Bad Homburg und Friedberg zum Erliegen. Auch in Richtung Frankfurt kam es durch eine geschlossene Schneedecke zu Beeinträchtigungen. Die Räumfahrzeuge waren im Dauereinsatz.

Einschränkungen und Zugausfälle bei der Bahn

Bei Roßdorf (Landkreis Darmstadt-Dieburg) in Südhessen stieß ein 46 Jahre alter Autofahrer mit seinem Wagen bei starkem Schneefall mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Zwei Insassen des Wagens wurden dabei verletzt und kamen in ein Krankenhaus, wie die Polizei in Darmstadt mitteilte. Die Bundesstraße 38 wurde für knapp zwei Stunden gesperrt.

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Bei der Bahn kam es auf einzelnen Regionalstrecken zu Einschränkungen und Zugausfällen. Betroffen waren nach Unternehmensangaben vor allem Verbindungen entlang der Lahn und im Main-Taunus-Kreis. Beim Fernverkehr gab es demnach keine Probleme. Am Frankfurter Flughafen waren nach Darstellung des Flughafenbetreibers Fraport bereits am Morgen sämtliche Start- und Landebahnen geräumt.

„Der Winterdienst war gut vorbereitet - alles im grünen Bereich“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Nennenswerte Flugausfälle habe es keine gegeben. Lediglich die Hochbahn, die die beiden Terminals von Deutschlands größtem Airport miteinander verbindet, sei zeitweise nicht gefahren.

Auch erhebliche Verkehrsbehinderungen in Rheinland-Pfalz

Schnee und glatte Straßen sorgten in der Nacht zum Samstag in der Eifel in Rheinland-Pfalz für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Vor allem auf der stark befahrenen Bundesstraße 51 blieben zahlreiche Lastwagen stecken oder rutschten in die Leitplanken, wie die Polizei in Prüm (Eifelkreis Bitburg-Prüm) mitteilte. Querstehende Sattelzüge behinderten zudem vielerorts die Räumfahrzeuge. Etliche Lastwagenfahrer hatten laut Polizei „die Straßenverhältnisse zu optimistisch eingeschätzt“.

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Auf der B42 in Rheinbreitbach (Kreis Neuwied) kam es zu einem Unfall, bei dem zwei Männer Verletzungen erlitten. Nach Angaben der Polizei verlor ein Fahrer auf winterglatter Straße die Kontrolle über sein Auto, geriet auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem weiteren Wagen zusammen. Die Männer kamen der Polizei zufolge schwer beziehungsweise leicht verletzt ins Krankenhaus.

Glatte Straßen in Niedersachsen sorgen für Unfälle

Glatte Straßen sorgten in der Nacht zum Samstag auch in Niedersachsen für mehrere Unfällen. Betroffen war vor allem der Landkreis Emsland. Ein Auto mit anhängendem Wohnwagen kam in der Nähe von Twist von der Straße ab und überschlug sich, wie die Autobahnpolizei mitteilte. Die vier Menschen im Auto mit niederländischem Kennzeichen seien bei dem Unfall leicht verletzt worden.

Bei dem Versuch, einem Wildtier auszuweichen, sei ein 28 Jahre alter Mann in Lingen mit seinem Auto von der Straße abgekommen und habe sich leicht verletzt. „Vermutlich geriet der Mann bei dem Ausweichmanöver aufgrund der Glätte ins Schleudern“, sagte eine Polizeisprecherin.

In Haren war es ein 42 Jahre alter Autofahrer, der mit seinem Wagen am Freitagabend von der glatten Straße abkam. Er wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei in Meppen mitteilte. Die genaue Unfallursache war zunächst jedoch unklar.

Schnee und Glätte - Querstehende Lkw blockieren Autobahnen

Schnee und Glätte haben am Samstagmorgen ebenfalls in Franken zahlreiche Lastwagen zum Stehen gebracht. Die Schneedecke auf den Autobahnen sei zu hoch gewesen, die Laster hätten zeitweise nicht mehr anfahren können und seien an Steigungen hängengeblieben, sagte eine Polizeisprecherin in Unterfranken am Samstag. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ist für den Tag mit weiteren - teils kräftigen - Schneefällen im Norden Bayerns zu rechnen.

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Auf der Autobahn 7 standen am Morgen in beide Richtungen zwischen der Grenzwaldbrücke und der Anschlussstelle Hammelburg sieben Lkw quer. Aufgrund des geringen Verkehrs am Samstagmorgen bildeten sich laut der Polizei aber nur kurze Staus.

Auch in Mittelfranken kämpften Lastwagen mit Schnee und Glätte: Auf der Autobahn 9 in Richtung Leipzig blockierte ein Lastwagen den rechten Fahrstreifen. Der Lkw rutschte kurz nach der Anschlussstelle Trockau in die Leitplanke.

Auf der Autobahn 6 kam ein Lastwagen zwischen Nürnberg-Langwasser und Nürnberg-Ost von der Straße ab und fuhr in eine Böschung. Der rechte Fahrstreifen wurde blockiert. Verletzt wurde bei den Unfällen niemand.

Wetter: ab Montag aber wieder nass und mild

Die für das Wochenende in vielen Teilen Deutschlands erwarteten Schneefälle sind laut Deutschem Wetterdienst (DWD) nur von kurzer Dauer. Am Samstag und Sonntag fällt noch teils kräftig Schnee, doch spätestens zum Montag steigen die Temperaturen wieder soweit an, dass nur noch in den Gipfellagen der Mittelgebirge und in den Alpen Schnee fällt. Im restlichen Deutschland wird es den Angaben zufolge dann mit Regen- und Schneeregenschauern eher ungemütlich und nass.

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RND/dpa

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