Millionenschaden und fünf Verletzte

Reifenhersteller Göggel feiert Hochzeit mit DJ Ötzi: Großbrand in seiner Firma

Große Rauchwolke über dem Firmengelände von Reifen Göggel

Große Rauchwolke über dem Firmengelände von Reifen Göggel

Gammertingen. Nach einem Großbrand auf dem Gelände der Firma Reifen Göggel in Gammertingen (Landkreis Sigmaringen) mit fünf leicht verletzten Menschen waren Einsatzkräfte auch in der Nacht zum Montag noch mit Löscharbeiten beschäftigt. Die Feuerwehr sorge dafür, dass mögliche Glutnester den Brand nicht wieder aufflammen ließen, teilte die Polizei mit. Am Morgen sollten Gutachter auf dem Gelände die genaue Brandursache ermitteln. Zu vier Personen, die bei dem Großbrand wohl giftige Rauchgase eingeatmet hatten, seien noch keine weiteren Informationen bekannt. Sie wurden laut Angaben der Feuerwehr Sigmaringen vorsorglich in eine Klinik gebracht. Der Brand war bereits am Samstagabend ausgebrochen.

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„Der entstandene Schaden kann bislang nicht genau beziffert werden, wird aber auf mehrere Millionen Euro geschätzt“, teilte die Polizei mit. Die Ermittler prüfen einem Sprecher zufolge, ob ein Hochzeitsfeuerwerk im Zusammenhang mit dem Inferno stehen könnte. Wie die „Schwäbische Zeitung“ online berichtete, hatte der Firmeninhaber Bruno Göggel selbst am Samstagabend seine Hochzeit gefeiert. Auch der Sänger DJ Ötzi trat dort auf. Dessen Managerin konnte zunächst keine weiteren Angaben machen. Das Unternehmen selbst reagierte auf dpa-Anfrage nicht.

380 Feuerwehrleute aus vier Landkreisen im Einsatz

Gegen 23.30 Uhr gingen Samstag die ersten Meldungen über einen Brand auf dem Firmengelände ein. In der Spitze seien 380 Feuerwehrleute aus vier Landkreisen im Einsatz gewesen, sagte der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Sigmaringen, Joachim Pfänder. Brennende Reifen im Außenlager, verpackt in Folie, Teile einer Lagerhalle, Fahrzeuge und auch Gasflaschen seien in Flammen aufgegangen. „Das war schon ein ordentliches Feuer“, sagte Pfänder. Die Einsatzkräfte hätten verhindern können, dass sich Flammen auf ein weiteres Reifenlager oder in Richtung eines angrenzenden Wohngebiets und des Waldes hinter dem Industriegebiet ausbreiteten, sagte der Feuerwehrsprecher. „Wir haben einen massiven Löscheinsatz gefahren.“

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Mit Baggern hätten sie am Sonntagvormittag das Brandgut auseinandergezogen, um Glutnester besser löschen zu können. Überall qualmte es da noch aus den Trümmern. Auf dem Gelände waren ein ausgebranntes Fahrzeugwrack und verformte Metallgestänge zu sehen. Selbst an den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr hatte die Hitze ihre Spuren hinterlassen und etwa Lack aufplatzen lassen.

Neben den vier Verletzten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen erlitt Pfänders Angaben zufolge eine weitere Person bei einem Sturz eine Platzwunde. Aufgrund der heftigen Rauchentwicklung wurden Anwohner in der Stadt nach Polizeiangaben per Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert, Türen und Fenster vorerst geschlossen zu halten.

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Firmenchef Bruno Göggel: „Wir bauen alles wieder auf“

Von dem Feuer in Mitleidenschaft gezogen ist nach Auskunft des Reifenhändlers nur eine von acht Lagerhallen. Diese sei nicht Bestandteil des Geschäftsbetriebes, da dort Winterreifen eingelagert waren, teilte Marketingleiter Mike Hummel Montag auf Anfrage mit. „Es ist durch das Lagermanagement sichergestellt, dass die bestellte Ware wie vorgesehen sofort ausgeliefert wird.“ Das Unternehmen unterstütze die Ermittlungen der Behörden.

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Der Firmenchef Bruno Göggel, äußerte sich gegenüber der Bild-Zeitung kämpferisch: „Wir geben nicht auf und bauen alles wieder auf.“ Die Hochzeitreise nach Italien habe das Paar aber vorerst abgesagt.

Vor 40 Jahren gegründet gehört Reifen Göggel zu den größten Reifenhändlern Deutschlands. Nach Informationen von „Die Deutsche Wirtschaft“ wird der Umsatz der Firma im Jahr 2021 auf 256 Millionen Euro geschätzt. In dessen Ranking „Top-Familienunternehmen in Deutschland“ belegte Göggel Platz 1001.

RND/dpa/sf

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