28 Stunden auf einem Floß

In die Augen gepikst: Schiffbrüchiger rettet sich vor Haiattacke

Drei Angler verunglückten im Golf von Mexiko. Einen Haiangriff konnten sie abwenden, indem sie dem Tier in die Augen piksten. (Symbolbild)

Drei Angler verunglückten im Golf von Mexiko. Einen Haiangriff konnten sie abwenden, indem sie dem Tier in die Augen piksten. (Symbolbild)

New Orleans. Umkreist von Haien haben zwei Angler im Golf von Mexiko nach dem Untergang ihres Bootes 28 Stunden lang auf einem selbstgebauten Floß überlebt. Ein dritter Angler schwamm auf der Suche nach Hilfe so lange, bis sein Mobiltelefon wieder ein Signal empfing und er seinen Standort durchgeben konnte. Kurz darauf habe der Akku schlapp gemacht, berichtete Phong Le am Dienstag dem Sender ABC. Ein Hubschrauber fand ihn. Die anderen beiden wurden von einem Flugzeug entdeckt.

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Das etwa 7,30 Meter lange Boot der drei Angler war am Samstag mitsamt dem Funkgerät gesunken. Ein Handynetz gab es nicht. Die Schiffbrüchigen banden zwei Kühlboxen zusammen, von denen eine Wasser und Obst enthielt. Am Sonntag tauchten gleich mehrere Haie auf und umkreisten das Floß der Angler. Einer habe ihn in seine Rettungsweste gebissen, berichtete der Schiffbrüchige Luan Nguyen. Um sich zu retten griff der er zu einer ungewöhnlichen Lösung: „Ich habe ihm mit meinen beiden Daumen in die Augen gestochen und er machte sich davon.“

Küstenwache macht Schiffbrüchige mit Google Maps ausfindig

Le entschloss sich, schwimmend nach Hilfe zu suchen. Als sein Mobiltelefon endlich ein Netz hatte, habe er seinen Standort an einen Freund geschickt. „Ich sehe, wie er versucht, mir zu antworten und sich das Telefon ausschaltet - meine Batterie war alle.“ Die Frau eines Vermissten gab die Nachricht an die Küstenwache weiter, die stundenlang vergeblich mit Hubschraubern und Flugzeugen ein Seegebiet größer als das Saarland absuchte. Schließlich bekam das Kommando der Küstenwache den Screenshot, auf dem Le seinen Standort auf Google Maps markiert hatte. Mit Hilfe der Küstenumrisse hätten die Mitarbeiter rekonstruieren können, wo Le steckte, sagte Kommandeur Kevin Keefe. Le wurde etwa 40 Kilometer von Küste des Mississippi-Deltas entfernt entdeckt.

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Während ihn eine Hubschrauberbesatzung aus dem Wasser holte, machte ein Flugzeug das Floß der anderem beiden in rund einem Kilometer Entfernung aus und alarmierte ein Boot der Küstenwache. Die beiden Männer seien von vier bis zu 1,80 Meter großen Riffhaien umkreist worden, sagte Andrew Stone, einer der Retter, der Nachrichtenagentur AP. Die Männer seien völlig erschöpft gewesen. „Sie waren sogar zu müde, um in Panik zu geraten.“ Rettungsschwimmer Richard Hoefle sagte, einer der beiden sei sich kurz vor dem Auftauchen des Flugzeugs schon absolut sicher gewesen, dass es mit ihm vorbei sei.

Der Hubschrauber mit Le nahm auch die anderen beiden auf. „Wir haben gefeiert, gejubelt und gebrüllt“, berichtete Stone. Anschließend kamen sie nach New Orleans ins Krankenhaus. Le war unterkühlt, die anderen beiden hatte schwere Handverletzungen, einem fehlte ein Stück Mittelfinger. Am Dienstag waren alle drei wieder zu Hause, wie die Küstenwache mitteilte. „Ihr Überlebenswille und ihre Rettungswesten haben ihnen das Leben gerettet“, sagte Hubschrauberpilotin Katy Caraway.

RND/AP

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