Mann raste in Menschenmenge

Amokfahrer von Berlin kommt in Psychiatrie

Berliner Feuerwehrleute im Einsatz an dem Geschäft, in dem der Fahrer mit seinem Wagen zum Stehen kam.

Der 29-jährige mutmaßliche Amokfahrer von Berlin wird in der Psychiatrie untergebracht. Das entschied ein Ermittlungsrichter am Donnerstag in Berlin, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Sie wirft dem Mann Mord in einem Fall und versuchten Mord in 17 Fällen vor und will, dass er bis zum Prozess in einem psychiatrischen Krankenhaus bleibt. Der Mann leide an einer paranoiden Schizophrenie, hatte vor der Entscheidung ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft gesagt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte weiter, es habe sich erhärtet, dass eine „psychische Beeinträchtigung“ bei dem Fahrer vorliegt. Die Beeinträchtigung sei auch Anlass für die Tat gewesen. Bei dem Verdächtigen seien bei einer Durchsuchung Medikamente gefunden worden. Die Ermittlungen deuteten auf eine paranoide Schizophrenie hin. Der Beschuldigte habe seine Ärzte von der Schweigepflicht entbunden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Für einen terroristischen Hintergrund der Tat oder für einen Unfall gebe es keine Anhalts­punkte. Plakate, die in dem Tatfahrzeug gefunden wurden, bezögen sich allgemein auf den Berg-Karabach-Konflikt, nach derzeitigen Erkenntnissen läge keinerlei Zusammenhang zur Tat vor.

Ein Lehrer schwebt noch in Lebensgefahr

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schwebt ein begleitender Lehrer der Klassenfahrt noch in Lebensgefahr. Sieben Schülerinnen und Schüler wurden stationär behandelt, sieben weitere ambulant.

Auch Innenministerin Nancy Faeser äußerte sich am Donnerstag bei einem Besuch des Tatorts zu dem Vorfall. Sie sei „zutiefst erschüttert“. Die SPD-Politikerin dankte den Einsatzkräften und wies darauf hin, dass es auch für sie schwer sei, den Einsatz zu verkraften. Wie andere Stellen sprach auch Faeser davon, dass sie nach jetzigem Stand von keinem politischen Hintergrund ausgehe.

Am Mittwochvormittag ist ein Mann in Berlin mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Dabei starb eine Lehrerin aus Hessen, die mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern auf Klassenfahrt war. Nach Polizeiangaben am Donnerstag wurden 29 Menschen verletzt, einige davon lebensgefährlich. Zu den Verletzten werden auch Menschen gezählt, die nach dem Vorfall unter Schock stehen. Schwankungen bei den Zahlen sind nach Angaben von Polizei und Feuerwehr wegen der dynamischen Entwicklung möglich.

Schock und Trauer nach mutmaßlicher Amokfahrt von Berlin

Die mutmaßliche Amokfahrt von Berlin hat den hessischen Ort Bad Arolsen schockiert. Am Tag nach dem Vorfall ist die Bestürzung noch immer groß.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Fahrer kam in der Nähe des Ku‘damms in einem Geschäft zum Stehen. Noch vor Ort wurde der Fahrer von der Polizei festgenommen. Eine Mordkommission des Landes­kriminalamts Berlin führt die Ermittlungen. Unter anderem wurde am Mittwoch die Wohnung des Tatverdächtigen untersucht.

Der Fall weckt Erinnerung an eine Amokfahrt auf der Berliner Stadtautobahn A100 im August 2020, als ein Autofahrer gezielt drei Motorradfahrer rammte. Er wurde vom Gericht in die Psychiatrie eingewiesen. Amokläufer sind meistens männlich und führen in der Regel ein eher unauffälliges Leben. Ursache ihrer Taten sind der Forschung zufolge neben seelischen Erkrankungen häufig narzisstische Persönlichkeitsstörungen, aus denen Motive wie Wut, Hass und Rache resultieren.

RND/sebs, mit dpa

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Panorama

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Spiele entdecken