Großeinsatz in Sachsen

Waldbrand in Sächsischer Schweiz: Lage weiterhin angespannt

Der Wald brennt im Nationalpark Sächsische Schweiz, wie das Foto von Mittwochmorgen zeigt. Aber nicht nur dort muss man sich auf ein höhere Waldbrandrisiko einstellen.

Der Wald brennt im Nationalpark Sächsische Schweiz, wie das Foto von Mittwochmorgen zeigt. Aber nicht nur dort muss man sich auf ein höhere Waldbrandrisiko einstellen.

Pirna/Schmilka. Bei den Waldbränden in der Sächsischen Schweiz ist die Lage unverändert angespannt. Mit Blick auf die steigenden Temperaturen wird ein Wiederaufflammen von Brandstellen vermutet, wie der Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunz, am Sonntagmorgen sagte. Obwohl es in der Nacht „kein größeres Brandgeschehen“ gegeben habe, nehme man im Tagesverlauf an, dass die Feuer wieder aktiver werden. Nachdem die Löschhubschrauber am Samstagabend ihre Arbeit beendet hatten, wurden Drohnen zur Überwachung eingesetzt.

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Auch am Donnerstag werden die Einsatzkräfte im Süden Brandenburgs und im Nationalpark Sächsische Schweiz viel zu tun haben.

Kunz zufolge ist das Feuer inzwischen wie erwartet in die Humusschicht der Erde bis zu einem halben Meter Tiefe eingedrungen und breitet sich dort aus. Deshalb werde nun versucht, etwa an Waldwegen Barrieren zu errichten. „Dazu wird der Boden aufgerissen und ein Gemisch aus Wasser und einem sogenannten Netzmittel eingebracht.“ Der dabei entstehende Schaum könne besser in den Boden eindringen. Auf diese Weise soll ein Riegel entstehen, um das Feuer einzugrenzen und ihm die Nahrung zu entziehen.

Waldbrand in Sächsischer Schweiz: 14 Löschhubschrauber im Einsatz

Mitarbeiter von Sachsenforst sind laut Kunz dabei, Totholz aus angrenzenden Waldstücken auseinander zu ziehen. Zudem seien Ranger des Nationalparks Sächsische Schweiz vor Ort, um mit ihrer Ortskenntnis Einsatzkräfte zu unterstützen. „Am Morgen waren 360 Kräfte im Einsatz, im Laufe des Tages soll die Zahl auf 500 aufgestockt werden.“ Man habe es mit einem sehr dynamischen Brandgeschehen zu tun, das mache die Situation so kompliziert. Vor Ort seien 14 Löschhubschrauber und zwei Hubschrauber zur Aufklärung der Brände präsent.

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Das Feuer war am vergangenen Wochenende im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien ausgebrochen und hatte am Montag auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. Inzwischen ist hier eine Fläche von etwa 150 Hektar betroffen. In Bad Schandau und Sebnitz gilt Katastrophenalarm.

Ausmaß auf tschechicher Seite noch größer

Auf tschechischer Seite ist das Ausmaß des Brandes noch weitaus größer: Dort wüten die Flammen auf einer Fläche von rund 1000 Hektar.

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Bei der Bekämpfung des verheerenden Waldbrands im Nationalpark Böhmische Schweiz verstärkt die tschechische Feuerwehr ihren Einsatz. Aus ganz Tschechien wurden am Samstag 220 zusätzliche Kräfte zusammengezogen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Zahl der Feuerwehrleute bei dem Einsatz sei damit auf mehr als 650 gestiegen. Der Waldbrand wütet auf einer Fläche von 10,6 Quadratkilometern, wie Satellitenbilder bestätigten. Der Nationalpark Böhmische Schweiz mit seiner Felsenlandschaft grenzt an die Sächsische Schweiz.

„Wir werden aktiv in die Glutnester gehen“

„Wir werden aktiv in die Glutnester gehen, sie mit Wasser übergießen und den Boden aufhacken“, sagte Feuerwehrsprecher Lukas Marvan im tschechischen Fernsehen. Während es im 90 Kilometer entfernten Prag heftige Regenschauer gab, wurde in der Böhmischen Schweiz nur mit leichten Niederschlägen gerechnet. Unterstützt werden die Löscharbeiten von acht Hubschraubern und fünf Löschflugzeugen. Der Zutritt zu großen Teilen des Nationalpark-Gebiets wurde inzwischen verboten, um Schaulustige fernzuhalten.

Ein Feuerwehrmann wurde am Samstagnachmittag in der Umgebung des Prebischtors, das als Wahrzeichen des Nationalparks gilt, von einem umstürzenden Baum erfasst und schwer verletzt. Er wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Mann erlitt eine ernste allergische Reaktion nach Bienen- und Wespenstichen, ein anderer verletzte sich schwer am Bein.

Der Waldbrand war vergangenen Sonntag ausgebrochen und gilt als einer der größten in der Geschichte des Landes. Es wird vermutet, dass menschliche Fahrlässigkeit zu dem Brand geführt hat.

RND/dpa

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