Steine geworfen

Gegendemonstranten auf dem Weg nach Zwickau von Rechten angegriffen

Während einer Kundgebung zum Tag der Arbeit haben Demonstranten die Fassade einer Bank mit roten Farbbeuteln beworfen (Symbolbild).

Zwickau/Chemnitz. Ein Aufmarsch der rechtsextremen Splitterpartei Der Dritte Weg hat in Zwickau für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Bei der Anreise griffen Anhänger der Partei Gegendemonstranten in einem Zug an. Ein Mann wurde leicht verletzt. In einem ersten Fazit hieß es von der Polizei, dass die Lage in Zwickau selbst recht ruhig gewesen sei. Die Einsatzkräfte wiesen Kritik an ihrem Vorgehen zurück. Auch andernorts war die Polizei mit vielen Kräften im Einsatz.

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Anhänger des Dritten Wegs warfen am Bahnhof Glauchau Steine auf einen Zug, in dem Demonstranten aus dem linken Lager saßen, wie ein Polizeisprecher am Sonntagmittag sagte. Diese waren auf dem Weg zu Gegenprotesten in Zwickau. 36 Rechte seien festgesetzt worden, gegen sie werde wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Zunächst war von 41 Menschen die Rede gewesen.

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Laut Angaben der Bundespolizei in Pirna hatte es am Hauptbahnhof in Chemnitz bereits Flaschenwürfe gegeben. Demonstranten, die unterwegs zur Kundgebung des Dritten Wegs gewesen seien, hätten in einen Zug einsteigen wollen. Die Polizei habe sie zurückgehalten, weil der Zug bereits mit Gegendemonstranten besetzt gewesen sei. Aktuell stehe das Fahrzeug in Zwickau. Es werde auf Beschädigungen insbesondere an den Fensterscheiben untersucht, sagte ein Sprecher am Mittag.

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Auf Twitter gab es Kritik am Einsatz der Polizei, die aus Sicht mancher Nutzer nicht genug Präsenz an den Bahnhöfen zeigte. Der frühere Grünen-Landesvorsitzende Jürgen Kasek kommentierte ironisch, dass es ein gelungener Einstand für Sachsens neuen Innenminister Armin Schuster (CDU) gewesen sei. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte am Nachmittag, dass sich solche Angriffe nicht verhindern ließen. „Wir können nicht an allen Bahnhöfen präsent sein, sonst haben wir keine Kräfte mehr für den eigentlichen Einsatzort.“

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Justizministerin Meier verurteilt Angriff auf Gegendemonstranten

Sachsens Justizministerin Katja Meier hat den Angriff von Anhängern der rechtsextremen Splitterpartei Der Dritte Weg auf Gegendemonstranten verurteilt. Der 1. Mai stehe für Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt, schrieb die Grünen-Politikerin am Sonntagmittag beim Kurznachrichtendienst Twitter. Gerade aktuell, mit Corona, dem Ukraine-Krieg und der Klimakrise, seien diese Ziele umso wichtiger. Es sei nicht zu tolerieren, dass friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten gewalttätig angegriffen würden.

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In Zwickau selbst blieb es laut einer ersten Einschätzung der Polizei weitgehend friedlich. Es seien keine größeren Straftaten registriert worden, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Der Dritte Weg und Gegendemonstranten seien nicht aufeinandergetroffen.

An einer Kundgebung unter dem Motto „Faschismus, Krieg und Krise: Schuld ist das System“ nahmen laut Angaben der Veranstalter rund 750 Menschen teil. Sie hätten den rechtsextremen Protest zwar nicht aufhalten können, dennoch sei es eine „starke Demo mit guter Stimmung“ gewesen, sagte Aaron Körnich aus dem Organisationsteam. Teilnehmer störten die Route des Dritten Wegs an einigen Stellen mit Sitzblockaden.

RND/dpa

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