Nach tödlichem Unfall in Berlin

Zwillingsschwester der getöteten Radfahrerin bittet Letzte Generation, ihre Methoden zu überdenken

Ein zerstörtes Fahrrad liegt auf der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf. Drei Tage nach dem Unfall mit einem Betonmischer in Berlin ist die lebensgefährlich verletzte Radfahrerin gestorben.

Ein zerstörtes Fahrrad liegt auf der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf. Drei Tage nach dem Unfall mit einem Betonmischer in Berlin ist die lebensgefährlich verletzte Radfahrerin gestorben.

Kein Hass, keine Wut, keine Empörung – still und nachdenklich klingt ihr Appell. Anja Umann, Zwillings­schwester der getöteten Berliner Radfahrerin, hat dem „Spiegel“ ein Interview gegeben. Darin bittet sie die Aktivistinnen und Aktivisten der Letzten Generation, ihre Protestmethoden zu überdenken: „Ich glaube, ich würde ihnen einfach gern das, was ich erlebt habe, erzählen und ihnen dann gern die Chance geben, sich einmal in diese Hölle hineinzuversetzen. Um zu überdenken, ob es nicht vielleicht doch einen anderen Weg gibt, für das Überleben unseres Planeten zu kämpfen, ohne dass andere Menschen möglicherweise zu Schaden kommen.“

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Es verletze sie sehr, wie „ignorant einige Klimaaktivisten den Tod von Menschen in Kauf nehmen, die sich unter Umständen selbst für Umweltschutz und andere Menschen einsetzen“, sagt Umann im Interview. Sie und ihre Schwester hätten „die Ziele der Bewegung zu 100 Prozent“ geteilt. Mit ihrem Zwilling hatte Umann ein veganes, nachhaltiges Modelabel gegründet, sie besitzt kein Auto und fährt in Berlin viel Fahrrad.

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„Letzte Generation“: Wie radikal wird der Protest noch?

Sind die Aktionen der „Die letzte Generation“ und anderer Bewegungen legitim? Und wie radikal könnten sie noch werden?

Ich glaube, ich würde ihnen einfach gern das, was ich erlebt habe, erzählen und ihnen dann gern die Chance geben, sich einmal in diese Hölle hineinzuversetzen.

Anja Umann,

Zwillingsschwester der getöteten Radfahrerin

Nicht minder kritisiert Umann aber eine Instrumentalisierung des tragischen Todesfalls durch die Politik. Auf die Aussage von Alexander Dobrindt (CSU) angesprochen, der die Aktivisten und Aktivistinnen mit der RAF in Verbindung brachte und die Präventivhaft für einige Aktivisten in Bayern forderte, sagte die 44-Jährige: „Ich habe den Eindruck, da reagiert Drastik auf Drastik – da kommt etwas Extremes auf, von dem ich nicht sicher bin, ob ich das so unterstütze. Ich bin jemand, der den sanfteren Mittelweg und ein Miteinander sucht, ohne Fronten zu verhärten, um Probleme zu lösen.“

Sandra Umann war am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit von einem Betonmischer überfahren worden und später im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen gestorben. „Sie ist meine Welt gewesen, so wie ich ihre Welt war“, sagte ihre Schwester dem „Spiegel“.

RND/stu

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