Inspektion von AKW Saporischschja

IAEA-Experten in besetztem Gebiet eingetroffen – AKW-Reaktor nach Beschuss heruntergefahren

01.09.2022, Ukraine, Saporischschja: Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor, Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), spricht mit Journalisten, während sich ein Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf den Besuch des Kernkraftwerks Saporischschja vorbereitet. Kurz vor dem geplanten Eintreffen der Experten der IAEA sind in der nahegelegenen Kleinstadt Enerhodar erneut Kämpfe ausgebrochen. Foto: Andriy Andriyenko/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

01.09.2022, Ukraine, Saporischschja: Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor, Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), spricht mit Journalisten, während sich ein Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf den Besuch des Kernkraftwerks Saporischschja vorbereitet. Kurz vor dem geplanten Eintreffen der Experten der IAEA sind in der nahegelegenen Kleinstadt Enerhodar erneut Kämpfe ausgebrochen. Foto: Andriy Andriyenko/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Enerhodar. Die Expertengruppe der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) für das südukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der russischen Besatzungstruppen bereits auf dem von ihnen kontrolliertem Gebiet. „Nach den zuletzt übermittelten Informationen haben sie den Kontrollpunkt Wassyliwka passiert und wir erwarten sie innerhalb der nächsten Stunde in der Stadt Enerhodar“, wurde der Chef der Besatzungsverwaltung von Enerhodar, Alexander Wolga, von der russischen Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag zitiert.

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Zuvor gab es Berichte über Artilleriebeschuss der Stadt Enerhodar. IAEA-Chef Rafael Grossi hatte über die Risiken berichtet und in der nahen Großstadt Saporischschja vor der Abfahrt versichert: „Wir werden nicht stoppen. Wir fahren jetzt los.“

Reaktor nach Beschuss abgeschaltet

Nach Angaben des Betreibers musste am Donnerstag ein Reaktor des Kernkraftwerks nach dem erneuten Beschuss in der Nacht heruntergefahren werden. „Infolge eines erneuten Mörserbeschusses der russischen Besatzungstruppen am Standort im AKW Saporischschja wurde der Notschutz aktiviert und der in Betrieb befindliche fünfte Reaktor abgeschaltet“, teilte die ukrainische Atombehörde Energoatom am Donnerstag auf ihrem Telegram-Kanal mit.

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Weiter in Betrieb ist Reaktor Nummer sechs, der die Anlage mit dem nötigen Strom versorgt. Darüber hinaus sei auch eine Stromleitung beschädigt worden, so Energoatom. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen. Seit Wochen machen sich die russische und die ukrainische Seite gegenseitig für den Beschuss der Anlage verantwortlich.

Experten wollen Atomkraftwerk in Saporischschja diese Woche inspizieren

Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sollen in dieser Woche das russisch besetzte Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine inspizieren.

Kiew warf dabei Russland sogar vor, gezielt die geplante Route der Expertengruppe zu beschießen. Die russische Armee sprach hingegen von einer verhinderten ukrainischen Landungsoperation am Ufer des Flusses Dnipro unweit des Atomkraftwerks. Videos zeigten russische Kampfhubschrauber über der Kraftwerksstadt Enerhodar. Dem ukrainischen Kraftwerksbetreiber Enerhoatom nach wurde infolge des Beschuss erneut eine Reservestromleitung beschädigt und der Reaktor fünf musste heruntergefahren werden.

Die 14-köpfige Expertengruppe unter Leitung Grossis will sich ein Bild von der Situation um das von das Russland besetzte Kernkraftwerk machen. Das Kraftwerk wurde kurz nach dem Beginn der russischen Invasion Anfang März besetzt. Mit seinen sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt ist es das größte Atomkraftwerk Europas. Vor dem Krieg arbeiteten mehr als 10.000 Menschen in dem AKW.

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RND/dpa

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