Weltklimagipfel in Ägypten

Klimaaktivisten prangern „koloniale Ausbeutung“ an – Mediziner sehen Klimakrise als „Gesundheitskrise“

Klimaschutzaktivisten aus Afrika haben auf der Weltklimakonferenz in Ägypten angeprangert, dass Energiekonzerne in ihrer Heimat etliche klimaschädliche Gas-, Öl- und Kohleprojekte planen. (Symbolbild)

Klimaschutzaktivisten aus Afrika haben auf der Weltklimakonferenz in Ägypten angeprangert, dass Energiekonzerne in ihrer Heimat etliche klimaschädliche Gas-, Öl- und Kohleprojekte planen. (Symbolbild)

Scharm el Scheich. Klimaschutzaktivisten aus Afrika haben auf der Weltklimakonferenz in Ägypten angeprangert, dass Energiekonzerne in ihrer Heimat etliche klimaschädliche Gas-, Öl- und Kohleprojekte planen.

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Die etwa 600 Millionen Afrikaner ohne Stromzugang sollten aber nicht mit fossiler Energie versorgt werden, sondern mit erneuerbaren Energieträgern, sagte Dean Bhekumuzi Bhebhe von „Don‘t Gas Africa“ am Mittwoch in Scharm el Scheich. „Der ganze Kontinent sagt Nein“, betonte er.

Die ugandische Aktivistin Patience Nabukalu von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future kritisierte die vom französischen Konzern Total geplante Öl-Pipeline von Uganda nach Tansania. „Dies ist ein Beispiel kolonialer Ausbeutung“, sagte sie.

Französischer Konzern Total will ab 2025 afrikanisches Öl exportieren

Das Öl soll in einer 1445 Kilometer langen Leitung von Ölfeldern in der Nähe des Albertsees im Westen Ugandas durch Tansania bis zum Indischen Ozean gebracht und dann verschifft werden. Total hofft auf eine Fördermenge von 230.000 Barrel pro Tag. 2025 soll das erste Öl exportiert werden.

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Nabukalu sagte, vielen Menschen sei für den Pipeline-Bau Land weggenommen worden. „Wir werden kämpfen, bis Projekt gestoppt wird. Es geht um unser Land und unser Erbe.“ Mbong Akiy Fokwa Tsafack von Greenpeace Afrika sagte, solche Projekte seien in Afrika unerwünscht. „Wir behalten unsere Wälder, die können ihre Dollar behalten.“

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Auch Deutschland ist in Afrika aktiv: Bereits im Mai hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) dem Senegal während einer Afrika-Reise Unterstützung bei der Erschließung eines Gasfeldes vor der Küste versprochen. Das kleine Land in Westafrika soll zumindest einen Teil der Lücke füllen, die durch das fehlende Gas aus Russland entstanden ist. Ab Herbst 2023 will der Senegal Flüssigerdgas (LNG) exportieren - unter anderem nach Deutschland und Europa.

Medizinerinnen und Mediziner: „Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise“

Auf der Weltklimakonferenz in Ägypten haben zudem Medizinerinnen und Mediziner aus aller Welt Alarm geschlagen und die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels gefordert. „Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise“, riefen die Ärztinnen, Pfleger und Medizinstudenten am Mittwoch am Rande der Verhandlungen. Bereits jetzt befinde sich die Welt in einem Gesundheitsnotstand. „Wenn 1,5 Grad stirbt, sterben auch unsere Patienten.“

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Die aus den Niederlanden, Indien, Malaysia, Südafrika und anderen Ländern angereisten Mediziner starben auf dem Gelände des Klimagipfels symbolische Tode - unter anderem an Hitzeschocks, Leberversagen, Luftverschmutzung oder Traumata durch Naturkatastrophen. Die Aktivisten forderten den schnellen Ausstieg aus fossilen Energien und schlossen sich der Forderung eines Vertrags über die Nichtverbreitung von Öl, Gas und Kohle an - in Anlehnung an den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (Atomwaffensperrvertrag).

RND/dpa

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