Terror gegen Bevölkerung geht weiter

Erneut landesweiter Luftalarm: Moskau steigert Raketenoffensive

Rettungskräfte bergen zwischen Trümmern eine Leiche. Die Behörden in Saporischschja im Süden der Ukraine meldeten am 11. Oktober 2022 Angriffe mit russischen Raketen.

Rettungskräfte bergen zwischen Trümmern eine Leiche. Die Behörden in Saporischschja im Süden der Ukraine meldeten am 11. Oktober 2022 Angriffe mit russischen Raketen.

Russland hat bei seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine mehrere Regionen des Landes am Dienstag erneut mit Raketen und Kampfdrohnen beschossen. Die Behörden in Saporischschja im Süden der Ukraine meldeten Angriffe mit russischen Raketen. In der Umgebung der Hauptstadt Kiew und im Gebiet Chmelnyzkyj habe es Explosionen gegeben, die Luftabwehr sei zum Einsatz gekommen, teilten offizielle Stellen mit. Die Behörden riefen die Menschen auf, in Kellern und Bunkern Schutz zu suchen. Die Gebiete Dnipropetrowsk, Wynyzja, Mykolajiw und Riwne wurden demnach ebenfalls beschossen.

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Im Gebiet Wynyzja südwestlich von Kiew wurde ein Heizkraftwerk mit Kampfdrohnen attackiert. Dabei seien Anlagen zerstört worden. Glücklicherweise habe es keine Opfer gegeben, teilte die Pressestelle des Kraftwerks mit. Auch in Kiew gab es Luftalarm. Die Menschen suchten dort Schutz, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Kremlnahe russische Militärblogger bestätigten den massiven Beschuss der Ukraine mit Raketen. Ukrainische Medien berichteten, es seien am Dienstagmorgen 20 Raketen eingeschlagen.

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UN: Raketenangriffe auf Zivilisten sind Kriegsverbrechen

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat die jüngsten russischen Raketenangriffe auf Zivilisten und Zivilistinnen in der Ukraine in die Nähe von Kriegsverbrechen gerückt. Das Völkerrecht verbiete Angriffe auf Zivilisten und auf Objekte, die für das Überleben der Bevölkerung unerlässlich seien, betonte die Sprecherin des UN-Hoch­kommissariats, Ravina Shamdasani, am Dienstag in Genf. Besonders schockierend seien Ort und Zeitpunkt der Attacken, an dem die Menschen auf dem Weg zur Arbeit gewesen seien und ihre Kinder zur Schule gebracht hätten.

Bei den Raketen­angriffen am Montag auf Städte in der Ukraine waren mindestens 14 Zivilisten getötet und mehr als 100 verletzt worden. Russland gab an, dass die Raketenangriffe eine Vergeltung für die teilweise Zerstörung einer wichtigen Brücken­verbindung zur russisch besetzten Halbinsel Krim seien. Über die Brücke transportieren die Russen Nachschub für ihre Truppen in der Ukraine.

Opferzahlen nach russischen Angriffen auf ukrainische Städte gestiegen

Unterdessen hat US-Präsident Joe Biden seinem ukrainischen Amtskollegen Selenskyj die Lieferung von modernen Luftabwehr­systemen versprochen.

Russlands Vizeaußenminister warnt Westen

Auch politisch verschärft Russland die Lage. Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow hat eine neue Warnung an den Westen gerichtet: Ihre Unterstützung für die Ukraine könne die USA und ihre Verbündeten in einen offenen Konflikt mit Russland hineinziehen, sagte Rjabkow am Dienstag nach einem Bericht der staatlichen russischen Nachrichten­agentur Ria Nowosti. Als Beispiele nannte der Vizeminister die Militärhilfe für Kiew, die Ausbildung ukrainischer Soldaten in Nato-Ländern und die Bereitstellung von Satelliten­daten, die es dem ukrainischen Militär ermöglichten, Ziele für Artillerieschläge zu bestimmen. Russland werde gezwungen sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, „einschließlich asymmetrischer Maßnahmen“.

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Der russische Parlaments­präsident Wjatscheslaw Wolodin hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zudem mit dem getöteten Al-Kaida-Führer Osama bin Laden verglichen. Die Regierung in Kiew sei ein terroristisches Regime, sagte Wolodin am Dienstag. Selenskyj habe sich auf eine Stufe mit Bin Laden und anderen internationalen Terroristen gestellt. Eine Regel sei weltweit bekannt: „Es kann keine Gespräche mit Terroristen geben.“

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat unterdessen Spekulationen über einen möglichen Einsatz russischer Atomwaffen zurückgewiesen. Moskau könne dies nur tun, wenn Russland vor dem Untergang stehe, sagte er am Dienstag. Im russischen Staatsfernsehen beschuldigte Lawrow den Westen, Spekulationen über Russlands Absichten zu verbreiten, Atomwaffen einzusetzen. Die USA und deren Verbündete forderte er auf, „die größtmögliche Verantwortung in ihren öffentlichen Stellungnahmen“ zu dem Thema an den Tag zu legen. Gleichzeitig sei Russland laut Lawrow zu Verhandlungen mit den USA bereit – ohne aber von seinen Zielen abzurücken: „Wir haben kein ernsthaftes Angebot bekommen, mit ihnen in Kontakt zu treten.“

Panzer für Ringtausch mit Tschechien

Der Rüstungs­konzern Rheinmetall liefert 15 Panzer an Tschechien, damit der Nato-Staat modernen Ersatz bekommt für Panzer sowjetischer Bauart, die an die Ukraine abgegeben wurden. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten Vertreter Deutschlands und Tschechiens am Dienstag in Prag, wie Rheinmetall mitteilte. Berliner Kreisen zufolge beläuft sich das Finanzvolumen auf umgerechnet 157 Millionen Euro.

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RND/dl/dpa/AP

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