Rekordsicherstellungen in EU

EU-Drogenexperten warnen vor zunehmender Kokain-Produktion in der EU

In der EU wurden 2020 mehr als 214 Tonnen Kokain sichergestellt.

In der EU wurden 2020 mehr als 214 Tonnen Kokain sichergestellt.

Brüssel. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) hat angesichts von Rekordsicherstellungen von Kokain eine dringende Warnung ausgesprochen. Die Herstellung beziehungsweise Weiterverarbeitung der Droge finde inzwischen in der EU statt, warnte die EU-Agentur am Freitag. Mehr als 214 Tonnen Kokain wurden in der EU im Jahr 2020 sichergestellt, eine Zunahme um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Experten der EMCDDA glauben, dass im Jahr 2022 300 Tonnen erreicht werden könnten.

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Mit einem für 2020 auf 10,5 Milliarden Euro geschätzten Handelswert und 3,5 Millionen EU-Bürgern, die angaben, im vergangenen Jahr Kokain konsumiert zu haben, ist es die am zweithäufigsten gebrauchte Droge in der EU nach Cannabis. Die Verfügbarkeit in Europa war nie höher - bei gleichzeitig hoher Reinheit und niedrigen Preisen.

Während das Gros der Kokainherstellung weiterhin auf Kolumbien, Peru und Bolivien entfällt, treibt die innerhalb der 27 EU-Staaten stattfindende Herstellung hiesige Experten um. Das gilt besonders für Belgien, Spanien und die Niederlande. Zwischen 2018 und 2020 wurden in der EU 45 illegale Produktionslabore entdeckt.

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Wachende Bedrohung durch vielfältigeren Drogenmarkt

Bei einer Pressekonferenz in Brüssel sagte Laurent Daniel, wissenschaftlicher Analyst bei der EMCDDA, Kokainpulver werde häufig in Trägermaterialien wie Holzkohle oder Kunststoffen aus Südamerika nach Europa geschmuggelt und dann in lokalen Laboren extrahiert. EMCDDA-Direktor Alexis Goosdeel sagte, die Verfügbarkeit großer Mengen von Kokain-Trägermitteln und -Paste erhöhe das Risiko des Aufkommens neuer Arten von stark süchtigmachendem Crack auf europäischen Märkten.

„Wir sind jetzt einer wachsenden Bedrohung durch einen vielfältigeren und dynamischeren Drogenmarkt ausgesetzt, der durch eine engere Zusammenarbeit zwischen europäischen und internationalen kriminellen Organisationen vorangetrieben wird“, sagte er. Dies habe zu einem Rekordniveau der Verfügbarkeit von Drogen geführt, zu zunehmender Gewalt und größeren gesundheitlichen Problemen.

RND/AP

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