Warschau zieht die Reißleine

Wegen Fischsterbens in der Oder: Polens Regierungschef Morawiecki entlässt Spitzenbeamte

Mateusz Morawiecki, Ministerpräsident von Polen, nimmt an einer Pressekonferenz teil (Archivbild).

Mateusz Morawiecki, Ministerpräsident von Polen, nimmt an einer Pressekonferenz teil (Archivbild).

Warschau. Weil sie zu langsam auf das Fischsterben in der Oder reagiert haben sollen, hat Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki zwei Spitzenbeamte entlassen.

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Der Chef der Wasserbehörde und der Leiter der Umweltbehörde müssten ihre Ämter mit sofortiger Wirkung räumen, schrieb Morawiecki am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter. „Ich teile die Ängste und die Empörung über die Vergiftung der Oder. Diese Situation konnte man auf keine Weise vorhersehen, aber die Reaktion der zuständigen Behörden hätte schneller kommen müssen.“

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Das Fischsterben in der Oder beunruhigt seit Tagen die Menschen, die in Polen und Deutschland an dem Fluss leben. Tausende tote Fische wurden entdeckt, ein Teil davon auf Höhe der Stadt Frankfurt (Oder) und umliegender Orte. Nach Angaben der polnischen Wasserbehörde sind zehn Tonnen verendeter Fisch geborgen worden. Zuletzt hatte es sowohl in Deutschland als auch in Polen Kritik am Umgang der polnischen Behörden mit der Krise gegeben.

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Auf Twitter veröffentlichte die polnische Sejm-Abgeordnete Katarzyna Kotula am Freitagabend ein Video, das weitere tote Fische bei Widuchowa zeigen soll. Das Dorf liegt an der unteren Oder stromabwärts unweit der brandenburgischen Stadt Schwedt.

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Fischsterben wohl durch Einleitung von Chemie-Abfällen ausgelöst

Das Fischsterben ist nach Aussage Morawieckis offenbar durch die Einleitung von Chemie-Abfällen ausgelöst worden. „Es ist wahrscheinlich, dass eine riesige Menge an chemischen Abfällen in den Fluss gekippt wurde, und das in voller Kenntnis der Risiken und Folgen“, sagte Morawiecki in einer am Freitag auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft.

Rätselhaftes Fischsterben in der Oder: Quecksilberbelastung als Ursache?

Auf polnischer und auf deutscher Seite des Flusses wurden Tausende tote Fische entdeckt. Die Ermittlungen laufen.

Morawiecki betonte, alle zuständigen Behörden seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Jeden Tag werde Wasser aus dem Fluss entnommen, auch das Veterinäramt und die Gesundheitsbehörde seien mit einbezogen. „Die wichtigste Aufgabe ist es aber jetzt, den Täter, den Giftmischer zu finden.“ Dies sei kein gewöhnliches Verbrechen, da der Schaden auf Jahre bleiben könne, so Polens Regierungschef weiter. „Wir werden nicht ruhen, bis die Schuldigen hart bestraft sind.“

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Viele tote Fische treiben im Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder im Nationalpark Unteres Odertal nördlich der Stadt Schwedt.

Besuch im Naturparadies Odertal: Sterben nach den Fischen auch Biber und Enten?

In der Oder treiben unzählige tote Fische. Im Nationalpark Unteres Odertal herrscht Entsetzen. Auch Vögel und Säugetiere könnten dem Umweltgift zum Opfer fallen.

Brandenburg hat erhöhten Quecksilbergehalt in Wasserproben festgestellt

Die Ursache des Fischsterbens ist noch nicht schlussendlich geklärt. Nach Aussage von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) wurde in Deutschland ein erhöhter Quecksilbergehalt in Wasserproben festgestellt. Allerdings sei nicht klar, ob das Quecksilber für das Massensterben der Fische verantwortlich ist.

Polen Vize-Klimaminister Jacek Ozdoba sagte dagegen am Freitag, nach Untersuchungen von Wasserproben aus den Wojwodschaften Westpommern, Lebus und Niederschlesien könne man die Informationen aus Deutschland über erhöhte Quecksilberwerte nicht bestätigen.

RND/dpa/sic

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