Flucht vor Putins Krieg

Kampf gegen Menschenhändler: CDU fordert mehr Schutz für Frauen aus der Ukraine

Flüchtlinge aus der Ukraine kommen in Hannover an (Symbolbild).

Berlin. Für Frauen und Kinder ist die Flucht aus der Ukraine in die Europäische Union besonders gefährlich, weil sie auch Menschenhändlern in die Fänge geraten können. Die Gewerkschaft der Polizei bestätigte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) entsprechende Berichte von Betroffenen und Hilfsorganisationen.

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„Diese Taten gehen vorrangig von osteuropäischen Kriminellen aus. Sie sprechen gezielt Frauen an Bahnhöfen größerer Städte, aber auch in Grenznähe an“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, dem RND.

Die Absicht dahinter sei die Schwarzbeschäftigung im Rotlicht. „Aber auch die illegale Beschäftigung im Servicebereich, unter anderem als Reinigungskräfte oder in der Altenpflege, spielen bei der Kontaktaufnahme eine Rolle“, erklärte Malchow.

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CDU-Vorstandsmitglied Serap Güler fordert „von Anfang an“ mehr Schutz für die aus der Ukraine ankommenden Frauen, deren Leid „skrupellos“ ausgenutzt werde. „Hier muss der Bund stärker die Housing-Börsen kontrollieren, in dem zum Beispiel Anbieter von Privatunterkünften polizeilich registriert und auf einer zentralen Plattform aufgeführt werden“, sagte Güler dem RND.

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Es gebe in diesen Tagen viele Menschen, die helfen wollten. „Bei der großen Anzahl an Geflüchteten sind wir auch auf jede Hilfe angewiesen“, betonte die CDU-Bundestagsabgeordnete. Echte Unterstützer, die eine Wohnung oder gar ein Zimmer in ihrem eigenen Zuhause anböten, dürften wegen der schwarzen Schafe nicht in Verruf kommen.

Güler fügte hinzu: „Und jeder, der diesen Menschen in Not gerade helfen will, dürfte kein Problem damit haben, sich bei der Polizei registrieren zu lassen.“

Güler fordert Aufklärung

Aus Sicht der CDU-Politikerin müssen „auch das Grenzpersonal, die Hilfsorganisationen sowie auch die Deutsche Bahn eng in die Aufklärung eingebunden werden“, indem man den Menschen zum Beispiel direkt an der Grenze oder in den Zügen Infoflyer bezüglich sicherer Unterkünfte mitgebe.

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Auch die EU ist alarmiert. Sie sieht insbesondere Kinder in Gefahr. Innenkommissarin Ylva Johansson warnte bereits am Dienstag, dass auch minderjährige Flüchtende ins Visier der Menschenhändler kämen. Johannsson sprach von Berichten, wonach sich Menschenhändler als Angehörige von Waisenkindern tarnten, um sie auszubeuten. Sie forderte, die ukrainischen Kinder vor den Gefahren der Flucht zu schützen.

Die meisten Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland fliehen, kommen in Berlin an. Auf Anfrage erklärte die Berliner Polizei, dass „jedem Verdacht des Menschenhandels“ nachgegangen werde. Ein besonderes Augenmerk hätten die Beamten auf den Hauptbahnhof und den Zentralen Omnibusbahnhof, wo auch mobile Wachen eingerichtet worden seien.

Ein Sprecher erklärte zudem, die eingesetzten Kräfte seien im Hinblick auf die besonderen Herausforderungen im Umgang mit Menschen, die aus einem Kriegsgebiet geflüchtet sind, eingehend sensibilisiert worden.

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