Präsident in befreiter Stadt

Selenskyj in Cherson: „Nicht nur versprechen, sondern real zurückkehren, unsere Flagge hissen“

Ein vom Präsidenten verbreitetes Foto zeigt Wolodomyr Selenskyj im Kreise von ukrainischen Soldaten in Cherson.

Ein vom Präsidenten verbreitetes Foto zeigt Wolodomyr Selenskyj im Kreise von ukrainischen Soldaten in Cherson.

Cherson. Wenige Tage nach dem Abzug der russischen Truppen aus Cherson hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Regionalhauptstadt in der Südukraine besucht. Der russische Rückzug aus Cherson sei der Anfang vom Ende des Krieges, sagte Selenskyj am Montag. „Damit sie spüren, dass wir nicht nur davon reden, nicht nur versprechen, sondern real zurückkehren, unsere Flagge hissen“, begründete er seinen Besuch.

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Der ukrainische Präsident grüßte auf den Straßen Soldaten, verteilte Orden und posierte für Fotos mit den Truppen. Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte den Besuch nicht kommentieren, sondern sagte lediglich: „Sie wissen, dass es sich um das Gebiet der Russischen Föderation handelt.“

Videoaufnahmen zeigten, wie der Präsident Einwohnern zuwinkte, die von einem Fenster aus „Ruhm für die Ukraine!“ riefen. Aus Selenskyjs Gruppe aus Soldaten und weiteren Begleitpersonen erscholl die Antwort „Ruhm den Helden!“. Selenskyj tauchte bereits in anderen Frontgebieten unerwartet auf, um die Soldaten zu unterstützen und ihnen zu ihren Erfolgen im Gefecht zu gratulieren.

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Die Befreiung von Cherson nach einer zermürbenden Offensive, die die russischen Truppen zum Rückzug aus der Stadt zwang, ist einer der bisher größten Erfolge der Ukraine seit dem Beginn des russischen Angriffs. Nach dem Ende der achtmonatigen Besatzung in Cherson feierten Bewohner tagelang auf den Straßen. Gleichzeitig fehlen in der Stadt Lebensmittel und Medikamente, die Menschen müssen ohne Strom und fließendes Wasser überleben. Das russische Militär kontrolliert weiterhin rund 70 Prozent der Region Cherson am linken Ufer des Dnipros.

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Nach dem Abzug des russischen Militärs fanden die ukrainischen Behörden nach eigenen Angaben Beweise für Gräueltaten in Cherson. Selenskyj sagte am Sonntag in seiner abendlichen Videoansprache, Ermittler hätten bereits mehr als 400 russische Kriegsverbrechen dokumentiert und die Leichen sowohl von Zivilisten als auch von Militärangehörigen gefunden. Nähere Angaben machte er nicht.

Selenskyj: „Werden jeden Mörder finden und vor Gericht stellen“

„In der Region Cherson hat die russische Armee die gleichen Gräueltaten hinterlassen wie in anderen Regionen unseres Landes“, sagte er. „Wir werden jeden Mörder finden und vor Gericht stellen. Daran besteht kein Zweifel.“

Russische Soldaten, die zurückblieben, als ihre militärischen Befehlshaber in der vergangenen Woche die Stadt verließen, wurden nach Angaben des ukrainischen Präsidenten festgenommen. Er sprach auch von der „Neutralisierung von Saboteuren“, ging darauf aber nicht näher ein. Die ukrainische Polizei hat die Bevölkerung aufgerufen, bei der Identifizierung von Personen zu helfen, die mit den russischen Streitkräften kollaborierten.

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Ukrainischer Präsident Selenskyj besucht zurückeroberte Stadt Cherson

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat am Montag die von der russischen Besatzung befreite Stadt Cherson im Süden des Landes besucht.

Selenskyj forderte die Menschen auf, vor Sprengfallen auf der Hut zu sein. „Bitte vergessen Sie nicht, dass die Lage in der Region Cherson immer noch sehr gefährlich ist“, sagte er. Er warnte vor Minen, die einen ukrainischen Pionier das Leben gekostet hätten. Der Präsident versprach eine möglichst rasche Wiederherstellung der Versorgung mit Strom und Wasser sowie die Wiederaufnahme der Arbeit durch die Behörden und die Polizei.

Einwohner berichteten, die abziehenden russischen Truppen hätten die Stadt geplündert. Sie zerstörten auch wichtige Infrastruktur, bevor sie sich über den Dnipro an das Ostufer des Flusses zurückzogen.

Kiew: Noch etwa 80.000 Menschen in Cherson

Unter dem Druck erfolgreicher ukrainischer Gegenoffensiven war die russische Armee am vergangenen Freitag komplett vom rechten Ufer des Flusses Dnipro abgezogen. Dabei gab sie auch die einzige seit Kriegsbeginn Ende Februar eroberte Gebietshauptstadt auf. Ukrainischen Angaben nach sind noch etwa 80.000 von ehemals rund 280.000 Menschen in der Stadt geblieben.

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RND/dpa und AP

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