Aktuelle Daten

Überblick: So viel Gas liefert Russland aktuell nach Deutschland

Lubmin: Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung Opal (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) sind vor Sonnenaufgang zu sehen.

Lubmin: Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung Opal (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) sind vor Sonnenaufgang zu sehen.

Nach den russischen Wartungsarbeiten an der Ostseepipeline Nord Stream 1 lieferte der russische Staatskonzern Gazprom wieder kontinuierlich Gas nach Deutschland. Die Erleichterung war hierzulande jedoch nur von kurzer Dauer. Am Mittwoch (27. Juli) drosselte seine Gaslieferungen weiter. Schuld seien angebliche technische Probleme im Zusammenhang mit den Sanktionen gegenüber dem kriegsführenden Land.

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Wie viel genau ankommt, zeigt die RND-Grafik anhand der täglich gemeldeten Daten der Bundesnetzagentur. Da die Bundesnetzagentur immer das Gesamtvolumen an Gaslieferungen eines ganzen Tages vermeldet, sehen Sie hier die Daten von gestern, morgen die Daten von heute, usw.

Nord Stream 1 ist bis zuletzt die wichtigste Gaspipeline aus Russland. Bevor Moskau die Lieferungen im Juni auf knapp 40 Prozent der Maximal­leistung drosselte, landeten in Lubmin bei Greifswald täglich 1800 Gigawatt­stunden Gas an. Zuletzt kündigte Moskau an, die Liefer­mengen auf knapp 350 Gigawatt­stunden Gas pro Tag herunterzufahren. Damit senkt Moskau die Gaslieferungen über die Ostseepipeline auf 20 Prozent. Am Mittwoch kamen in Greifswald noch knapp 669 Gigawattstunden russisches Gas an.

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Neben Lubmin bei Greifswald waren auch Waidhaus in Bayern und Mallnow in Brandenburg lange wichtige Import­punkte für russisches Gas. In Waidhaus endet die Transgas-Pipeline, die russisches Gas über die Ukraine und die Slowakei nach Deutschland liefert. Auch diese Lieferungen wurden zuletzt gedrosselt. Nach der Reduktion der Gaslieferungen über Nord Stream 1 berichten Betreiber jedoch eine erneute Zunahme der Gasexporte: Es wird vermutet, dass Gazprom die ausfallenden Gaslieferungen nach Europa über die Route durch die Slowakei ausgleicht. Aktuell kommen in der oberpfälzischen Stadt täglich etwa 237 Gigawatt­stunden Gas an. Bis Mitte Juni war es noch die dreifache Menge. Die Ukraine hatte eine Zuliefer­pipeline, die Sojus, wegen Kampf­handlungen abgestellt.

Auch Polen war lange Transitland für russisches Gas: Mallnow in Brandenburg empfängt russisches Gas aus der Jamal-Leitung, die über polnisches Gebiet verläuft. Seit Moskau die Gaslieferungen in das deutsche Nachbar­land allerdings eingestellt hat, liegt auch die Jamal-Leitung still.

Bundesregierung steigt bei Gasimporteur Uniper ein

Der Energiekonzern Uniper bekommt nach der weiteren Gasdrosselung durch Russland Ende Juli nur noch einen Teil seiner bestellten Mengen. Der Konzern erhalte 20 Prozent der zugesicherten Lieferungen von Gazprom, sagte ein Uniper-Sprecher am Mittwoch. Eine Entnahme von Gas aus den Speichern könne aber vermieden werden.

Rettung für Gas-Versorger Uniper: Scholz äußert sich zur Energiepolitik

Bundeskanzler Olaf Scholz will nach der milliardenschweren Rettung des Gas-Importeurs Uniper auch bedürftige Haushalte entlasten.

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Die Bundesregierung ist im Zuge eines milliardenschweren Rettungspakets beim angeschlagenen Energiekonzern Uniper eingestiegen. Kanzler Olaf Scholz hatte Ende Juli auf die Bedeutung des Gaskonzerns verwiesen: „Das Unternehmen Uniper ist von überragender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes“, erklärte Scholz die Dringlichkeit der Rettung des Energiekonzerns. Uniper spielt eine zentrale Rolle für die deutsche Energieversorgung und beliefert mehr als hundert Stadtwerke und Industriefirmen. Der Konzern gilt als systemrelevant.

Mit den politischen Entscheidungen und angeblichen technischen Gründen hat Russland seine Gasexporte nach Deutschland demnach insgesamt um über 50 Prozent (Stand: 27.07.) gedrosselt. Neben den russischen Gaslieferungen bekommt die Bundesrepublik auch Gas von seinen europäischen Nachbarn, besonders Norwegen und den Niederlanden. In naher Zukunft sollen Flüssiggasterminals im Norden Deutschlands die Gaskrise abmildern und Deutschland versorgen.

RND/hyd/dpa

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