Steigende Preise für Haushalte

Gaskosten auf Höhenflug: Rufe nach Kostendeckel und Übergewinnsteuer

Die Gasumlage treibt die Kosten für Verbraucher in die Höhe: Mit mehreren Hundert Euro mehr pro Haushalt rechnet Wirtschaftsminister Robert Habeck. Die genaue Höhe der Umlage steht noch nicht fest. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Gasumlage treibt die Kosten für Verbraucher in die Höhe: Mit mehreren Hundert Euro mehr pro Haushalt rechnet Wirtschaftsminister Robert Habeck. Die genaue Höhe der Umlage steht noch nicht fest. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Berlin. Der Preisschock beim Gas wird voraussichtlich noch größer als bisher erwartet: Für private Verbraucher soll die Kilowattstunde mit der Gasumlage noch mal teurer werden. Das sorgt für Empörung. Ulrich Schneider, Haupt­geschäfts­führer des Paritätischen Gesamtverbandes, ist verärgert über die Idee: „Es kann nicht angehen, dass Krisengewinnler nunmehr auch noch von jedem Einkaufsrisiko freigestellt werden“, sagte Schneider dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND).

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Schneider pochte auf eine „Übergewinnsteuer für Unternehmen, die mit Krieg und Krisen außergewöhnlich hohe Erträge erwirtschaftet haben und weiter erwirtschaften“. Als Beispiele nannte er die Gasversorger RWE und Winter­shall Dea. „Mit den Einnahmen einer Übergewinnsteuer sind zielgenau einkommens­schwächere Haushalte in diesem teuren Herbst und Winter zu unterstützen“, forderte er.

Martin Schirdewan von den Linken: Gasumlage ist „sozial ungerecht“

Der Co-Vorsitzende der Linken, Martin Schirdewan, nannte die Gasumlage gegenüber dem RND „sozial ungerecht“. Statt „Geisterdebatten über Atomkraft“ forderte er wirkungsvolle Maßnahmen, um soziale Not zu verhindern. „Es muss darum gehen, dass die Belastungen nicht auf die Verbraucherinnen und Verbraucher abgewälzt werden.“

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Habeck zu Kosten der Gasumlage: „Einige Hundert Euro pro Haushalt“

In der Gaskrise soll kein Gasversorger wegen der extrem gestiegenen Einkaufspreise in die Knie gehen.

Schirdewan plädierte für eine Deckelung der Gaspreise für den Grund­verbrauch der Haushalte, „damit sich jeder im Winter eine warme Wohnung leisten kann“. Außerdem dürften die Stadtwerke nicht zwischen Einkaufspreisen und Verbraucher­schutz zerrieben werden. „Wir brauchen einen Schutzschirm für kommunale Stadtwerke.“

Deutscher Gewerkschaftsbund fordert Energiepreisdeckel für Privathaushalte

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) dringt auf Entlastungen für alle Privathaushalte, um die Kosten durch die Gasumlage abzufedern. „Wir wollen eine Preisgarantie für den Grundbedarf der Privathaushalte, der sich am durchschnittlichen Verbrauch des letzten Jahres orientiert“, sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi dem RND. Für jeden Verbrauch, der darüber hinausgehe, wäre der Marktpreis zu zahlen, so Fahimi. Damit würde ein stärkerer Anreiz zum Sparen gesetzt, statt nur Frust zu erzeugen.

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Fahimi verteidigte die Umlage. „Die krisenbedingten Mehrkosten nicht nur auf einzelne Gaskunden abzuwälzen ist richtig“, sagte sie. „Aber die Vorhersagen des Wirtschaftsministers zeigen auch, wie wichtig weitere Entlastungen für die Bevölkerung sind.“ Betroffen seien nicht nur Bezieher und Bezieherinnen von Transferleistungen wie zum Beispiel dem Arbeitslosengeld Hartz IV. „Und das nicht nur in diesem Winter, sondern absehbar auch im Winter 2023/24.“

Gasumlage: Bis zu 1000 Euro mehr für einen Vierpersonenhaushalt

Bis zu 5 Cent mehr pro Kilowattstunde Gas könnten auf Verbraucher zukommen, kündigte Wirtschafts­minister Robert Habeck am Donnerstag an. Ein durchschnittlicher Vier­personen­haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr müsste dann bis zu 1000 Euro mehr zahlen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte vergangene Woche noch von einer Erhöhung der Gaspreise um 2 Cent oder mehr pro Kilowattstunde gesprochen.

Die Gasumlage soll voraussichtlich ab Oktober gelten. Mit der Umlage können Gasversorger ihre gestiegenen Kosten mit bis zu 90 Prozent an die Verbraucher und Verbraucherinnen weitergeben.

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